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Workshop mit Bob Neimeyer

am 14.02.2016:

"Trauer und die Suche nach Sinn!"
mit Robert A. Neimeyer
im Bestattungshaus Pütz-Roth in Bergisch Gladbach


Ein Foto der Teilnehmer zusammen mit Bob Neymeier.



Es war ein bewegender Tag für alle Workshopteilnehmer. Der weltweit führende Trauerforscher Robert Neimeyer hat uns einen tiefen Einblick in seine intensive Arbeit mit Trauernden gewährt und er hat uns spüren lassen, was es heißt, Menschen deren Trauer kompliziert und scheinbar aussichtslos verläuft, helfen zu können.
Robert Neimeyer arbeitet als Psychologe und Universitätsprofessor in Memphis, USA. 2002 erschien sein Buch »Lessons of loss«, in dem er seinen Ansatz des »Meaning making« im Trauerprozess beschreibt. Der schillernde Begriff »Meaning « kann sowohl mit dem deutschen Wort »Bedeutung« wie auch mit dem Wort »Sinn« übersetzt werden

Die Methoden, die er dabei benutzt, nennt er »narrativ«, erzählend. Bei Menschen, deren Trauer kompliziert verläuft, droht die Lebensgeschichte durch den einschneidenden Verlust eines geliebten Menschen in unzusammenhängende Teile zu zerbrechen.

Die Lebensgeschichte wird mit narrativen, also erzählerischen Methoden wieder als zusammenhängend erlebbar gemacht. Darüber hinaus ist es Neimeyers Anliegen, die »Fortgesetzte Verbindung« über den Tod hinaus spürbar zu machen. Durch das einfühlsame Benutzen von Worten und Wortbildern; durch ein Rollenspiel, in dem sich z.B. eine junge Frau in die verstorbene Mutter hineinversetzt; aber auch durch den Einsatz von Körperreisen ermöglicht er Trauernden ein neues Bewusstsein von Verbundenheit sowohl mit den Verstorbenen als auch mit sich selbst und der eigenen Biografie.

(Die hier veröffentlichten Texte wurden uns zum Teil von Chris Paul zur Verfügung gestellt)


Das Handout von Bob Neimeyer als pdf-Datei können Sie hier ansehen/drucken.



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Referent:

Lesen Sie hier den Originaltext "About the presenter"

Robert A. Neimeyer, Ph.D. ist Professor in der Fachabteilung für Psychologie an der Universität in Memphis, an der er auch eine klinische Praxis hat. Seit dem Abschluss seiner Doktorandenausbildung an der Universität von Nebraska 1982 hat er 27 Bücher veröffentlicht, einschließlich Techniques of Grief Therapy: Creative Practices for Counseling the Bereaved und Grief and the Expressive Arts: Practices for Creating Meaning (beide mit Routledge) und dient als Herausgeber der Fachzeitschrift Death Studies. Der Autor von über 400 Artikeln und Buchkapiteln arbeitet zur Zeit an der Entwicklung einer angemessenen Theorie der Trauer als Sinnstiftungs-Prozess, sowohl in seinen veröffentlichten Werken, als auch durch seine häufig professionellen Workshops für nationales und internationals Publikum.
Der Empfänger des MISS Foundation’s Phoenix Award: Rising to the Service of Humanity, ist Vorsitzender der “International Work Group for Death, Dying, & Bereavement” und Präsident der “Association for Death Education and Counseling”. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Beiträge erhielt er den “Eminent Faculty Award” von der Universität in Memphis, wurde Mitglied der Abteilung Klinische Psychologie des amerikanischen Psychologen-Verbandes und bekam die „ADEC’s Research Recognition“ und „Clinical Practice Awards“ und wurde als Ehrenmitarbeiter von der “Viktor Frankl Association” für seine Karrierebeiträge zu den Studien der menschlichen Bedeutung ausgezeichnet.

Mehr über Bob Neimeyer und seine Arbeit finden Sie hier auf seiner Internetseite


Workshop Beschreibung:

Lesen Sie hier den Originaltext "Workshop Discription"

Der Tod kann ein Leben beenden, aber nicht zwangsläufig eine Beziehung.

Gestützt auf beziehungsbewusste und zweigleisige Modelle der Trauer werden wir mit der Trauer als Prozess des Wiederaufbaus, statt dem Verzicht unserer Bindungen mit denen, die gestorben sind und die Umstände, die diesen natürlichen Prozess stören können, beginnen. Klinische Videos über den Tod von Eltern, Kindern und Ehepartnern werden die Teilnehmer für verschiedene Hindernisse für das Wiederaufgreifen und die Reorganisation der "Hintergrundgeschichte" der anhaltenden Beziehung mit dem Verstorbenen sensibilisieren, als auch verschiedene Techniken, die helfen, eine solche Arbeit nach vorne zu bewegen. Kreative Erzählungen, emotionsfokussierte und performative Methoden werden vorgestellt und geübt, um die Verstorbenen in die soziale und psychologische Welt des Hinterbliebenen mit einzubeziehen und die Förderung eines tragenden Gefühls der Verbindung mit dem geliebten Menschen, in Umarmung einer veränderten Zukunft, und Arbeiten an Fragen der Schuld, Wut und Verlassenheit, ausgelöst durch den Tod und das gemeinsame Leben, das ihm vorausging, zu unterstützen. Die Teilnehmer werden nach dem Workshop in der Lage sein verschiedene Instrumente zu nutzen, die zur Bewertung von “Pro-Symptom Positionen” beitragen, die Trauer erschwert, sowie in der Lage sein, Menschen zu helfen die Rolle des geliebten Menschen zu schätzen, im Aufbau ihrer eigenen Realität, und dem Wiederzulassen und Überarbeiten eingefrorener Dialoge mit dem Verstorbenen, die die Aufarbeitung des Verlusts behindern. 


Ort:

Pütz-Roth, Private Trauerakademie Fritz Roth,
Kürtener Str. 10, 51465 Bergisch Gladbach