Denkanstöße – Teil 2
In der Reihe „Denkanstöße“ erzählen wir in unregelmäßigen Abständen Geschichten und Begebenheiten aus unserem Alltag. Und nehmen Stellung zu aktuellen Diskussionen rund um unsere Themen.
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| Denkanstoß 68 – Gemeinschaft hilft | Carolin Bartenstein sagt, sie habe Glück mit ihrer Nachbarschaft. Wenn sie das erzählt, klingt es nicht nach Idylle auf dem Land, sondern nach einem ganz normalen Mehrfamilienhaus in der Stadt, in der jede und jeder eigentlich genug mit sich selbst zu tun hat. Es hat leise angefangen. Erst war da nur ein genervtes Nicken im Treppenhaus. Später kam ein junges Paar im zweiten Stock dazu. Sie mit Fahrradhelm und immer zu großen Einkaufstaschen. Er mit Gitarre auf dem Rücken. Sie trugen der älteren Frau Lenz die Einkäufe hoch, und der Mann aus dem dritten Stock, Herr Yilmaz, begann irgendwann, die kaputten Glühbirnen im Flur einfach zu wechseln, ohne im Hausverwaltungsbüro anzurufen. So fing es an: mit hochgetragenen Kisten beim Einzug, mit einem Ersatzschlüssel, den jemand für alle Fälle verwahrte, mit einer WhatsApp-Gruppe, in der stand: Hat jemand Mehl? Mir fehlen 100 Gramm? und eine halbe Stunde später ein Foto vom Kuchen. Carolin sagt, sie habe zum ersten Mal begriffen, was dieses dänische Wort Hygge bedeuten könnte. Kein Deko-Stil. Sondern dieses Gefühl, dass man irgendwo Wenn im Haus EM war, schleppte Herr Yilmaz den Fernseher ins Treppenhaus, Gemeinschaft ist nicht das große Versprechen, sondern die Summe der kleinen Selbstverständlichkeiten. Dann starb Finn. Carolins Partner. Noch nicht alt. Noch voller Pläne. „Herzinfarkt“, sagten die Ärztinnen im Krankenhaus. Dieses Wort, das gleichzeitig alles und nichts erklärt. Carolin fuhr mit einem Taxi nach Hause. Es war spät geworden. Sie stand vor der Haustür, den Schlüssel in der Hand, und hatte das Gefühl, jemand anderes schließe da gerade die Tür auf. Ihr Körper bewegte sich, aber das Leben, das sie kannte, stand irgendwo neben ihr und kam nicht hinterher. Am nächsten Morgen klingelte es. Sie hatte niemandem etwas gesagt. Noch nicht. Frau Lenz stand vor der Tür. „Ich habe Sie gestern Nacht gehört“, sagte sie. Carolin nickte. Sie öffnete den Mund, aber die Worte kamen nicht nach. Frau Lenz setzte sich. Sie redete nicht viel. Sie sagte nur: „Ist etwas Schlimmes passiert?“ Und als Carolin nur den Kopf senkte, legte sie ihre Hand einfach auf den Tisch. Nicht darüber. Nicht auf Carolins Hand. Nur daneben. „Ich bin da“, sagte sie. Später klingelte das junge Paar aus dem zweiten Stock. Sie hatten von Frau Lenz erfahren, dass etwas passiert war. Sie brachten eine große Schüssel mit Nudeln. Am Abend meldete sich Herr Yilmaz. „Wenn du Ruhe willst, sag’s“, schrieb er. Gemeinschaft in der Trauer sieht selten aus wie auf diesen Bildern in Magazinen. Manchmal ist Gemeinschaft jemand, der einkaufen geht. Jemand, der den Müll runterbringt, weil er weiß, dass schon der Gang zur Tonne zu weit ist. Manchmal ist es ein Mensch, der vor der Tür steht und nur sagt: „Ich wollte nur schauen, ob du noch atmest.“ Carolin ging einige Tage nicht aus der Wohnung. Dann kam die Beerdigung. Sie dachte, sie müsse das allein durchstehen. Finn war ihr Mensch. Ihre Geschichte. Ihr Schmerz. Doch als sie zur Trauerfeier aufbrechen wollte, stand im Hausflur die halbe Nachbarschaft. Sie hatten nichts abgesprochen. Kein „Wir treffen uns um …“. Sie waren einfach da. Jede und jeder auf seine Weise: Frau Lenz mit einem kleinen Stofftaschentuch, das sie früher immer in der Handtasche hatte. Das junge Paar Arm in Arm, sehr still. Herr Yilmaz mit einem Blumenstrauß, viel zu groß und bunt für einen korrekten Abschied. Aber ehrlich. „Wir kommen mit, wenn du willst“, sagte er. „Und wenn du nicht willst, gehen wir einfach wieder.“ Carolin merkte, dass ihr Ich in diesem Moment ein bisschen größer wurde. Dass aus „meiner Trauer“ für einen Augenblick „unser Abschied“ wurde. Es war nicht so, dass man in der Nachbarschaft genau wusste, was zu tun ist. Sie machten Fehler. Sie sagten auch Sätze, die wehtaten. „Er hätte gewollt, dass du stark bist.“ „Ihr hattet doch so schöne Jahre.“ Manches davon war schwer zu ertragen. Manches tröstete. Oft beides gleichzeitig. Aber sie waren da. Sie erschienen, verschwanden, kamen wieder. Manchmal saß Carolin mit ihnen im Hausflur auf der Treppenstufe, mit einer Tasse Tee in der Hand. Manchmal mochte sie niemanden sehen. Dann schrieb sie kurz: Heute nicht. Man kann Gemeinschaft nicht verordnen. Aber man kann für sie Platz schaffen. Mit kleinen Gesten, lange bevor jemand stirbt: beim Pakete-Annehmen, beim Treppenhaus-Gespräch, beim gemeinsamen Lachen über den zu lauten Fernseher. In der Trauer wird sichtbar, was vorher gewachsen ist. Oder eben auch, was gefehlt hat. Trauer braucht keine Menschenmengen. Aber sie braucht irgendwo einen Ort, an dem wir für eine Weile nicht alles alleine tragen müssen. Manchmal ist dieser Ort eine Familie. Und manchmal ist es einfach ein Hausflur, in dem sich Menschen daran erinnern, dass sie nicht nur hinter Türen nebeneinander wohnen. Vielleicht ist das so etwas wie Hygge, in seiner stillsten Form: das leise Wissen, dass da jemand den Flur mit einem teilt, und im Notfall da ist. Und oft ist das, mitten in aller Hilflosigkeit, schon sehr viel.
Herzlichst Hanna Roth David Roth Bergisch Gladbach im Juni 2026 Gerne können Sie uns zum Thema Denkanstoß auch eine E-Mail schicken |
Archiv der Denkanstöße – Teil 2
| Titel | Auszug | Datum | Download | hf:tax:erscheinungsjahr |
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| Denkanstoß 68 – Gemeinschaft hilft | Carolin Bartenstein sagt, sie habe Glück mit ihrer Nachbarschaft. Wenn sie das erzählt, klingt es nicht nach Idylle auf dem Land, sondern nach einem ganz normalen Mehrfamilienhaus in der Stadt, in der … | 9. Juni 2026 | 2026 | |
| Denkanstoß 67 – Dein Weg | Die ZEIT: Hilft das Schreiben gegen die Trauer? MARTIN SUTER: Nein, ich habe das Schreiben nie als etwas Therapeutisches betrachtet. Für mich wäre das ein Missbrauch an der Leserschaft. Ich möchte auch … | 4. Mai 2026 | 2026 | |
| Denkanstoß 66 – Katie hat keine Angst | „Du kommst wieder mal zu früh.“ Ein Satz, den ich seit Jahren kenne. Er gehört zu Tante Katie wie ihr Kräutertee, ihre Blechdose voller Kekse und dieses unverwüstliche Funkeln in ihren Augen. … | 28. Januar 2026 | 2026 | |
| Denkanstoß 65 – „Zwei Menschen, ein Weg. Bis zuletzt!“ | Die Nachricht vom Tod der Kessler-Zwillinge hat niemanden kalt gelassen. Der begleitete Suizid ruft Bewunderung hervor, Irritation, stille Sympathie, Kritik, eine Art zartes Unverständnis. Vielleicht auch Sehnsucht. Vielleicht auch Angst. Und vielleicht … | 19. November 2025 | 2025 | |
| Denkanstoß 64 – „Sterben Frauen anders?“ | Wussten Sie, dass in Deutschland fast 18.000 Menschen leben, die über 100 Jahre alt sind? Die allermeisten davon sind Frauen. Rund achtzig Prozent. Wir Frauen überleben die Männer im Schnitt um vier … | 14. Oktober 2025 | 2025 | |
| Denkanstoß 63 – „Ich habe alles geregelt – für mich. Und für dich.“ | Ulla hatte nicht damit gerechnet. Nicht an diesem Morgen, nicht in diesem Jahr, nicht so plötzlich. Ihre Mutter Franziska war schon lange nicht mehr gut zu Fuß, aber sie hatte sich immer … | 8. Mai 2025 | 2025 | |
| Denkanstoß 62 – „Der letzte liebevolle Blick“ | Dass Eltern tagelang nicht zu ihrem auf so tragische Weise gestorbenen Kind dürfen, auch das wird nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt in Erinnerung bleiben. In unserem Bestattungshaus ermöglichen wir jedem, … | 14. Januar 2025 | 2024 | |
| Denkanstoß 61 – „Die letzte Entscheidung“ | Martha (Tilda Swinton) ist eine Frau, die sich in den dunkelsten Ecken der Welt herumgetrieben hat. Sie war immer dort, wo das Leben gefährdet und der Tod allgegenwärtig ist – sei es … | 29. Oktober 2024 | 2024 | |
| Denkanstoß 60 – „Turbotrauer“ | Ein Grund, warum wir den Tod eines geliebten Menschen als so schmerzhaft empfinden, ist die Endgültigkeit des Abschieds, die mit der Tatsache, dass wir sterben, verbunden ist. Wir werden diesen einen Menschen … | 20. August 2024 | 2024 | |
| Denkanstoß 59 – „Abgereist“ | Manfred Elzenheimer war ein stattlicher Mann, Metzgermeister mit Leib und Seele, der das Wohl seiner Kunden im Blick hatte, aber auch, so merkwürdig es vielleicht klingen mag, das Wohl der Tiere, die … | 2. Mai 2024 | 2024 | |
| Denkanstoß 58 – „Erste Hilfe am letzten Tag“ | Gabriele Struck starb an Leukämie. Alle in der Familie wussten, dass dieser Tag kommen würde. Als es dann geschah, war da nicht nur Trauer, da war der Schock, über die Endlichkeit und … | 16. April 2024 | 2024 | |
| Denkanstoß 57 – „Trauerkompetenz“ | Als die Erde durch seine Finger rieselte und der Regen auf den Sarg in der Grube prasselte, empfand er nicht nur Trauer, da war auch dieses taube Gefühl der Ratlosigkeit. Paul Neuner … | 15. November 2023 | 2023 | |
| Denkanstoß 56 – „Mehr Leben in den Tod bringen …“ | Zugegeben, unsere Überschrift liest sich heute etwas holperig. Der Weg zu einem besseren Umgang mit dem Tod ist steinig und da ist gelegentliches Holpern unvermeidbar. Seit vielen Jahren fordern wir: Lasst uns den … | 10. April 2023 | 2023 | |
| Denkanstoß 55 – „Eure Mutter ist für mich gestorben“ | Wie oft hatten Sandro und Marc ihren Vater diesen Satz sagen hören? Ben Kiefhaber konnte seiner Frau nicht verzeihen, dass sie ihn und die Kinder verlassen hat, um ein neues Leben anzufangen. … | 29. November 2022 | 2022 | |
| Denkanstoß 54 – „4 000 000 000“ | Vier Milliarden sind eine gewaltige Zahl. Wir sind uns nicht ganz sicher, wie diese Zahl gemessen wurde, aber selbst, wenn es ein paar Zuschauer weniger wären, die Einschaltquote bei den Trauerfeierlichkeiten für … | 21. Oktober 2022 | 2022 | |
| Denkanstoß 53 – „Layla“ | Um es kurz zu machen, schlechte Nachrichten verkaufen sich einfach viel besser als gute Nachrichten. Ab und zu versteckt sich aber hinter einer schlechten Nachricht, wenn man genau hinschaut, auch mal was … | 21. August 2022 | 2022 | |
| Denkanstoß 52 – „Andrea kommt nicht mehr“ | Unruhe in der Firma. Andrea Krusmann, Projektmanagerin in einer großen Digital-Agentur, ist heute Morgen nicht zum Meeting erschienen. Der Kunde ist sauer und der Auftrag in Gefahr. Ihr Boss Werner Mang schnappt … | 21. Juli 2022 | 2022 | |
| Denkanstoß 51 – „Jetzt erst recht!“ | Im Moment fühlt es sich für uns so an, als würde die Welt nur noch aus Katastrophen bestehen. Wenn man sich mit der Geschichte vertraut macht, dann erkennt man jedoch, dass noch … | 25. April 2022 | 2022 | |
| Denkanstoß 50 – Wir haben keine Eile | Das Telefon klingelt. Eine leise Stimme spricht die Worte, die wir jeden Tag hören und die trotzdem jedes Mal etwas Besonderes sind, weil sie für den Anrufer den Ausnahmezustand bedeuten. „Hallo… hier … | 13. Februar 2022 | 2022 | |
| Denkanstoß 49 – “Bratwurst auf die Hand” | Durch das Kirchenschiff klang „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, so wie es sich Wilhelm Nuber kurz vor seinem Tod gewünscht hatte. Die Trauergemeinde lauschte still den tröstenden Worten dieses wunderbaren Liedes. Wilhelm … | 23. August 2021 | 2021 | |
| Denkanstoß 48 – „Hurra, wir leben noch“ | Die italienische Chansonsängerin Milva, die mit diesem Song im Jahr 1983 einen großen Hit hatte, lebt nicht mehr. Sie ist am 23. April im Alter von 81 Jahren verstorben. Als wir von … | 30. Mai 2021 | 2021 | |
| Denkanstoß 47 – „Covid ist nicht die Pest“ | Und wir leben auch nicht mehr im Mittelalter. Die Impfungen haben begonnen, der Lockdown wird gelockert, wir werden die nächsten Wochen mit schwankenden Inzidenzen leben müssen. Wir sollten uns jetzt nicht mehr … | 30. März 2021 | 2021 | |
| Denkanstoß 46 – „Hört bitte auf zu jammern!“ | „Bestatter an Belastungsgrenze“, „Der Lockdown ist für Bestatter ein Trauerspiel“, „Bestatter schlagen Alarm“. Schlagzeilen wie diese mussten wir in den letzten Tagen sehr viele lesen. Und das ärgert uns. Wir erleben die … | 30. Januar 2021 | 2021 | |
| Denkanstoß 45 – „Danke Anke!“ | Oft graust uns davor, wie der Tod, die Trauer und Beerdigungen im Fernsehen inszeniert werden. Fernsehen ist Fiction, d.h. da werden erfundene Geschichten erzählt und diese Storys folgen anderen Gesetzmäßigkeiten als das … | 17. September 2020 | 2020 | |
| Denkanstoß 44 – „Über den Wolken…“ | … muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Den Traum vom und die Begeisterung für das Fliegen hat wohl kein Künstler liebevoller beschrieben als Reinhard Mey. Dieser Song ist die Hymne aller Pilotinnen … | 20. Juli 2020 | 2020 | |
| Denkanstoß 43 – „Lockup“ | Endlich wieder einkaufen gehen, bei einem Cappuccino auf der Terrasse des Lieblingscafes im Freien sitzen oder mit Freunden joggen und Fußball spielen. Nach Wochen der gesellschaftlichen Enthaltsamkeit kann das Leben wieder Fahrt … | 20. Mai 2020 | 2020 | |
| Denkanstoß 42 – Ode an die Freude | Es sind die kleinen Dinge, die uns im Moment Freude machen. Der Anruf eines alten Freundes, der richtige Song im Radio, das Lieblingsessen von einem fürsorglichen Partner gekocht, der Spaziergang durch die … | 30. April 2020 | 2020 | |
| Denkanstoß 41 – „Wir sitzen alle im selben Boot“ | Noch nie war dieser Satz bedeutsamer als im Moment! Die nächsten Wochen werden schwer, da dürfen wir uns nichts vormachen, unser Leben wird sich sehr verändern und wir sollten uns darauf vorbereiten. … | 28. Februar 2020 | 2020 | |
| Denkanstoß 40 – „Familienbande“ | Die Blumen-Benders gehören zu den alteingesessenen Familien in Hofberg in der Nähe von Osnabrück.i Die Gärtnerei wird in der zweiten Generation von Anneliese Bender erfolgreich geführt. Keine Hochzeit ohne wunderbare Rosensträuße aus … | 17. Januar 2020 | 2020 | |
| Denkanstoß 39 – „Endlich ewiges Leben?“ | Facebook mit seinem 2,4 Milliarden Usern wird in den nächsten 50 Jahren zum größten (digitalen) Friedhof der Welt. Dann werden mehr Tote dort angemeldet sein als Lebendige. Schon heute besuchen jeden Tag … | 25. September 2019 | 2019 | |
| Denkanstoß 37 – „Die-in for Future“ | Saskia hatte über die Hälfte der 7b davon überzeugt, mit ihr am Freitag die Schule zu schwänzen und sich für mehr Klimaschutz stark zu machen. Ihre Großeltern waren 68 auf die Straße … | 17. September 2019 | 2019 | |
| Denkanstoß 38 – „Heilsame Abschiede“ | Wir machen beinahe täglich die Erfahrung, dass der Ort der Beisetzung und die Gestaltung des Grabes bei der Bewältigung von Trauer eine wesentliche Rolle spielen. Anonyme und halbanonyme Beisetzungsangebote helfen trauernden Menschen … | 17. September 2019 | 2019 | |
| Denkanstoß 36 – „So sterben wir“ | Die Fritz-Roth-Stiftung verleiht am 25. Mai 2019 um 11.00 Uhr den Medienpreis 2019 an Roland Schulz. Der Autor und Reporter schreibt für das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Die Laudatio auf den Preisträger … | 30. Mai 2019 | 2019 | |
| Denkanstoß 35 – „Freude“ | Vielleicht wird es Sie wundern, aber Freude spielt in unserem Berufsalltag als Bestatter eine große Rolle. Die Trauernden, die zu uns kommen, erleben die schlimmsten Momente ihres Lebens. Die Mutter, der Vater, … | 22. Februar 2019 | 2019 | |
| Denkanstoß 34 – „Den Tod ins Leben holen!“ | Trauer braucht eine Heimat, einen Ort zu dem man gehen kann und der was mit dem Verstorbenen zu tun hat. Wenn auf Friedhöfen der Leichnam oder die Asche in der Erde ruht … | 17. November 2018 | 2018 | |
| Denkanstoß 33 – „Andi kommt nicht mehr“ | Unruhe in der Firma. Andi Schubert, Art Director einer großen Werbeagentur, ist heute Morgen nicht zum Meeting erschienen. Der Kunde ist sauer und der Auftrag in Gefahr. Sein Boss Werner Herweg schnappt … | 17. Oktober 2018 | 2018 | |
| Denkanstoß 32 – „Der Pfad der Sehnsucht“ | Der Pfad der Sehnsucht beginnt mit der mehrfach gewundenen vergoldeten Linien-Skulptur aus Eisenblech von Knopp Ferro. Diese Arbeit spiegelt den Verlauf jedes menschlichen Seins. Über Jahrhunderte sind wir zum „Cogito, ergo sum“, … | 25. September 2018 | 2018 | |
| Denkanstoß 31 – „Das letzte Hemd hat viele Farben“ | Wir wollen Mut machen, Trauer auszuleben, und zwar so, wie es den Hinterbliebenen guttut, nicht so, wie es die Gesellschaft von ihnen erwartet. Sabine Bode und ich erzählen in unserem neuen Buch … | 17. April 2018 | 2018 | |
| Denkanstoß 30 – „Sterben wir wirklich so, wie wir gelebt haben?“ | Die Antwort auf diese alte Weisheit – manche würden sagen Binsenweisheit – können wir mit Nein beantworten. Was früher wahrscheinlich als Drohung gemeint war, um ein anständiges Leben zu führen, davor muss … | 28. Februar 2018 | 2018 | |
| Denkanstoß 29 – „Tränen lügen oft“ | Tränen begleiten unser Leben von der Geburt bis zum Tod. Vierzig Badewannen werden in Deutschland täglich voll geweint – 34 davon von Frauen. Weshalb aber weinen wir? Charles Darwin war einer der … | 27. November 2017 | 2017 | |
| Denkanstoß 28 – „Gefährten – Mensch und Tier in einem Grab“ | Ihr ganzes Leben lang war Jamiro da. Er war Linas treuer Begleiter. Sie hatte schon als Fünfjährige auf ihm sitzen dürfen und später dann auf dem Pferd Reiten gelernt. Jeden Nachmittag fuhr … | 30. September 2017 | 2017 | |
| Denkanstoß 27 – „Helmut Kohl“ | Der Abschied vom Staatsmann Helmut Kohl wird am Samstag an zwei Orten zelebriert. Es wird einen europäischen Staatsakt im Europaparlament in Straßburg geben und eine Trauerfeier im Dom zu Speyer. Beide Gedenkfeiern … | 30. Juni 2017 | 2017 | |
| Denkanstoß 26 – „Auch im Sarg hat Ordnung zu herrschen“ | Am Ende entscheiden sich immer noch die meisten Trauernden für ein schlichtes Totenhemd, den guten Anzug oder das graue Kostüm. Warum eigentlich? Es gibt keine Vorschrift, was der Tote im Sarg zu … | 17. April 2017 | 2017 | |
| Denkanstoß 25 – „Feiern“ | Erinnern sie sich noch an die Geburtstagsfeiern Ihrer Kindheit und Jugend? Schon Tage vorher war dieses Kribbeln im Bauch zu spüren, die Vorfreude auf eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres war immer … | 28. März 2017 | 2017 | |
| Denkanstoß 24 – „Lea und die Prozac-Urne“ | Schauspielerin Carrie Fisher ist auf dem Forrest Lawn Cemetery in Los Angeles beerdigt worden. Bemerkenswert ist die Form ihrer Urne: Sie erinnert an eine riesige Prozac-Pille. Prozac ist ein bekanntes Antidepressivum. Die … | 29. Januar 2017 | 2017 | |
| Denkanstoß 23 – „Trauriges Fest der Liebe“ | Die Heinzelmännchen haben sich auch in diesem Jahr für ihren historischen Weihnachtsmarkt in der Kölner Altstadt wieder einiges einfallen lassen. Heumarkt und Alter Markt erstrahlen in weihnachtlichem Glanz. Die fröhliche Menschenmenge schiebt … | 17. Dezember 2016 | 2016 | |
| Denkanstoß 22 – „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ | Dieser Denkanstoß wurde vor einigen Jahren von unserem verstorbenen Vater Fritz Roth verfasst. Die Gedanken, die Fritz damals aufgeschrieben hat, sind heute immer noch aktuell. Auch freuen wir uns darüber, auf diesem … | 30. Oktober 2016 | 2016 | |
| Denkanstoß 21 – „Zuhören können“ | „Herzliches Beileid“ sind die ersten Sätze, die Trauernde von Herrn B. zu hören bekommen. Wir wollen hier keine Heuchelei unterstellen. Aber schon diese Beileidsbekundung finden wir grenzwertig. Herr B. kannte den Verstorbenen … | 17. September 2016 | 2016 | |
| Denkanstoß 20 – „Kleiner Bruder“ | Kleiner Bruder …, diese Worte hörte man von Billy Crystal in seiner Trauerrede für Mohammed Ali immer wieder. Kleiner Bruder hat ihn die Boxlegende zu Lebzeiten genannt. Die beiden verband eine tiefe … | 30. Juli 2016 | 2016 | |
| Denkanstoß 19 – „Der Mond ist aufgegangen“ | Der Tod kam über Nacht, aber er kam nicht überraschend. Bettina Friese, von ihrer Familie nur Oma Betty gerufen, hatte vor wenigen Tagen ihren 90. Geburtstag gefeiert. „Die Neunzig mach´ ich voll“ … | 22. April 2016 | 2016 | |
| Denkanstoß 18 – „Todesopfer 2. Klasse“ | Nach den Anschlägen von Istanbul mit elf deutschen Todesopfern hat sich die öffentlich gezeigte Betroffenheit schnell wieder gelegt. Kein Facebook-Nutzer hat die deutsche Flagge über sein Profilbild gelegt, keine Schweigemärsche fanden statt … | 30. Januar 2016 | 2016 | |
| Denkanstoß 17 – „Eine Million Trauernde“ | Die Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, die im Moment zu uns kommen, haben nicht nur ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Viele mussten aus der Heimat fliehen, weil ihr Leben … | 30. Oktober 2015 | 2015 | |
| Denkanstoß 16 – „Trauern an Sonn- und Feiertagen verboten“ | Die Tage hat uns ein Schreiben des Bestatterverbandes NRW erreicht, über das wir uns nur wundern können. Es ging um die Frage: „ … ob die Durchführung einer öffentlich angekündigten Trauerfeier (Traueranzeige … | 17. September 2015 | 2015 | |
| Denkanstoß 15 – „Stille Trauer“ | Als Jan die Trauerkarte in Händen hielt, war es für ihn, als würde er durch ein Fenster in seine Kindheit schauen. Er sah Herrn Sänger, wie er in seinem schicken Modeladen Blusen … | 23. Juni 2015 | 2015 | |
| Denkanstoß 14 – „Und jetzt?“ | Die einhundertfünfzig Kerzen im Kölner Dom sind erloschen. Es war eine bewegende Trauerfeier im Gedenken an die Toten des Absturzes von Germanwings-Flug 4U9525. Es hat den Trauernden sicher gut getan, zu sehen, … | 17. April 2015 | 2015 | |
| Denkanstoß 13 – „4U9525“ | Jahrzehntelang waren wir nur Zaungäste, wenn irgendwo auf der Welt ein Flugzeug abstürzte. Aus Berliner Ministerien wurden dann Beileidsbekundungen versandt, die Medien analysierten Unglücksursachen und zeigten auf fernen Flughäfen weinende Angehörige, deren … | 18. März 2015 | 2015 | |
| Denkanstoß 12 – „Niemand alleine lassen“ | „Je suis Charlie“, dieser Satz drückt nicht nur Protest gegen den Anschlag auf unsere Meinungsfreiheit aus. In diesen drei Worten steckt auch große Anteilnahme mit den Angehörigen der Opfer und Betroffenheit und … | 28. Januar 2015 | 2015 | |
| Denkanstoß 11 – „Bei uns wird auch viel gelacht“ | Dieser Satz aus einem RTL-Interview hat in den letzten Wochen zu einigen Irritationen geführt. Schließen die Berufe Bestatter und Trauerbegleiter nicht automatisch Lebensfreude und Humor aus? Wird man zwangsläufig nicht selbst irgendwann … | 17. Dezember 2014 | 2014 | |
| Denkanstoß 10 – „Kindergarten auf Friedhof“ | Was auf den ersten Blick merkwürdig erscheint, ist auf den zweiten von bestechender Logik. Leben und Tod gehören untrennbar zusammen. Nur trauen wir uns nicht mehr hinzuschauen, den Tod zu betrachten und … | 29. Oktober 2014 | 2014 | |
| Denkanstoß 9 – „Niemand ist ersetzbar“ | In unserer leistungsorientierten Gesellschaft hört man oft den Satz: Jeder ist ersetzbar. Chefs benutzen ihn, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und für viele Trainer ist dieser Satz eine Art Mantra, um den … | 17. April 2014 | 2014 | |
| Denkanstoß 8 – „Aus der Schockstarre treten“ | Eine Träne rann Michael über die Wange. Die Geschichten, die seine Mitarbeiter über den verstorbenen Kollegen Volker Schuster erzählten, berührten ihn. Es tat allen gut zu sehen, dass auch der Chef trauerte, … | 29. März 2014 | 2014 | |
| Denkanstoß 7 – „Schockstarre“ | „Volker ist heute Nacht gestorben“, Simone Schuster versagte am Telefon die Stimme, sie weinte, konnte nicht mehr weiter reden und legte auf. Am anderen Ende der Leitung behielt der Chef des Verstorbenen … | 17. Januar 2014 | 2014 | |
| Denkanstoß 6 – „November Rain“ | Der November ist bei uns traditionell der Monat, in dem Trauer und Tod für kurze Zeit ins öffentliche Bewusstsein rücken. Vor dem Fenster verregnete Herbststimmung, im Kalender die gewohnten Gedenktage (Allerheiligen, Volkstrauertag, … | 30. Oktober 2013 | 2013 | |
| Denkanstoß 5 – „Allein zuhause, wenn andere im Urlaub sind“ | Unsere Fotoalben sind voll mit Bildern von ausgelassenem Strandleben, romantischen Bergwanderungen und stimmungsvollen Open-Air Konzerten. Die Erinnerungen an Sommermonate mit Urlaubsreisen, Familienfesten und Sonntagsausflügen ins Grüne gehören für trauernde Menschen zu den … | 24. August 2013 | 2013 | |
| Denkanstoß 4 – „Fritz“ | Fünf Monate nach seinem Tod haben wir unseren Vater Fritz Roth am Wochenende zur letzten Ruhe gebettet. Der Mai war sein Lieblingsmonat. Deshalb haben wir als Familie entschieden, Fritz´ Urne erst jetzt … | 27. Juni 2013 | 2013 | |
| Denkanstoß 3 – „Tradition“ | Im Schloss Bellevue in Berlin hängen Gemälde der ehemaligen Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Von Theodor Heuss bis Christan Wulff lässt sich da eine Art Ahnengalerie der Amtsträger in Öl besichtigen. Wobei der … | 20. April 2013 | 2013 | |
| Denkanstoß 2 – „Wir trauern“ | Es gibt bei uns im Haus der menschlichen Begleitung viele Plätze, die uns an unseren Vater erinnern. Er hat das Haus aufgebaut, die Kunst, die hier überall zu sehen ist, hat er … | 27. Februar 2013 | 2013 | |
| Denkanstoß 1 – „Der Tod ist vielleicht die beste Erfindung des Lebens …“ | Am 13. Dezember letzten Jahres ist mein Vater Fritz Roth gestorben. Nach Monaten Hoffen und Bangens ist er seinem Krebsleiden erlegen. Meinem Vater war es immer sehr wichtig, selbstbestimmt zu leben und … | 30. Januar 2013 | 2013 |