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zwanzigtausend Hammerschläge

eine Installation von Kurt Soiron

Kurt Soiron, geb. 1933 in Bensberg, gestorben 2015 in Bergisch Gladbach, war Schreiner, Arbeitstherapeut, bildender Künstler.


Seine Arbeit zwanzigtausend Hammerschläge wurde zum ersten Mal 2010 im Rahmen der Ausstellung: Kurt Soiron „Vom Großen im Kleinen - Eine Schule des bildnerischen Sehens“ in Odenthal gezeigt.

Die Senseninstallation ist eine Hommage an das Können von Sensenschmieden und an die Arbeits- und Wirtschaftskraft Tiroler Bergbauern. Ein Schmied musste 1000 Mal zuschlagen, um ein funktionstüchtiges Werkzeug zu formen, und die Bergbauern Tirols betrieben mit Sensen Landschaftspflege. Man bewirtschaftete steile Wiesenhänge, Almen und gab mit Hilfe der Sense der Bergregion ihr typisches Gesicht.

Die tradierten Formen der Almwirtschaft und mit ihnen die Sensen wurden im ausgehenden 20. Jahrhundert Opfer des Strukturwandels. Weggeworfen, aber weil bereits veredelt, sammelte Soiron sie auf. Hier setzte des Künstlers Aufmerksamkeit an. Sein Interesse galt Dingen, die bereits durch die Arbeit und das Denken von Menschen wertvoll geworden waren. Aus diesem Pool bezog er sein bildnerisches Material und schuf daraus überraschend Neues.

Der Künstler griff auf das, was Menschen bereits formten und was die Natur ihm schenkte, gestaltend zu. Damit bezog er Position gegen eine Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Text von Walter Jansen