Episode 7 ∙ 12.07.2024 ∙ 19 Min
Wie überbringt man eine Todesnachricht, Herr Michler?
Mit David Roth, Klaus Reichert, Reinhold Michler
Wie überbringt man einer Frau die Nachricht, dass ihr Mann gerade in einer Flut ertrunken ist? Reinhold Michler war zehn Jahre lang Notfallseelsorger und während der Ahrtal-Flutkatastrophe im Einsatz. Er erzählt, wie er einer Frau in Weilerswist die Todesnachricht über ihren Mann überbringen musste, der beim Versuch, im Keller eine Pumpe anzustellen, von den Wassermassen überrascht wurde.
Michler beschreibt den Ablauf ganz konkret: den Rückzug in einen ruhigen Klassenraum, eine Kerze, ein Bild von der Wand als Gesprächsanker – und die direkte, unverblümte Wahrheit ohne Umschweife. Die Frau reagierte nicht mit Zusammenbruch, sondern mit einem „ich habe das schon mitgerechnet", weil sie nach vier Tagen ohne Lebenszeichen innerlich bereits Abschied genommen hatte.
Ein erster Eindruck aus der Aufnahme: „Und der Frau habe ich dann die Wahrheit gesagt, aber nicht drum herum geredet, sondern einfach die Wahrheit gesagt: dass ihr Mann gefunden worden ist und dass er tot ist." Danach schildert Michler, wie er selbst mit solchen Einsätzen umgeht, um nicht traumatisiert zurückzubleiben.

Über Reinhold Michler
Reinhold Michler ist zu Gast. Der pensionierte Notfallseelsorger war unter anderem bei der Ahrtal-Flutkatastrophe im Einsatz, wo er einer Frau die Nachricht überbringen musste, dass ihr Mann im Hochwasser ums Leben gekommen war. Er erzählt, wie man einer solchen Nachricht überhaupt Worte gibt, wie er selbst danach abschaltet – meistens im Gespräch mit seiner Frau – und warum ihm für seinen eigenen Tod vor allem wichtig ist, dass seine Familie nicht zu lange trauert, sondern weiterlebt.
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Hallo zu Talk about Tod, wir freuen uns, dass du lebst und uns zuhörst. Mein Name ist Klaus Reichardt und ich bin David Roth. Hallo zu einer neuen Folge unseres Podcasts. Heute ist ein Mann zu Gast in unserem Podcast, der den Tod aus nix der Nähe kennt. Reinhold Michler ist Notfallseelsorger. Er und seine Kolleginnen und Kollegen sind für Menschen da, die über Katastrophen, Eltern, Kinder oder große Eltern verlieren. Aber auch ihr Habu und gut wie nach der Flutkatastrophe im Ahrtal. Auch da war Herr Michler vor Ort. Hallo und guten Tag, Reinhold Michler.
Hallo. Nun sind Sie ja bereits pensioniert. Wo konnten Sie im Laufe der Jahre überall helfen? Ja, ich war jetzt zehn Jahre Notfallseelsorger. Keine Frage bei allen tödlichen Ausgängen, die wir hatten. Wie gesagt, so wie es sieht, Todesfall, Kindstod, Todesüberbringung an Angehörige bei Verkehrsentfällen oder so. Gerade bei Motorradunfällen war das also zwei, drei, vier Mal, wo ich da unterwegs war mit der Polizei. Also wir gehen ja nicht alleine rein. Wir gehen ja erst immer mit der Polizei. Und die Polizei macht das die Datenabgleichung und dann stellt der Polizist mich vor bei den Trauernden, dass ich dann die Hilfe anbiete, nicht mit Rat und Tat, aber mehr mit Rat als mit Tat.
Wir reden gleich noch genauer darüber, was Sie da eigentlich genau tun. Aber ich würde gerne vorher noch über eine Katastrophe reden, die den meisten Leuten noch in Erinnerung ist, nämlich die Ahrtalflutkatastrophe. Auch da waren Sie im Einsatz. Aber wann war Ihnen klar? Da ist was Schlimmes passiert. Ich werde da gebraucht. Also klar war das sofort nach dem zweiten Tag, wo unser Landesverband, der Karl-Landesverband Münster, die ersten Einheiten dort runtergeschickt hat. Das war also quasi in Weilerswist, in Zwistal und natürlich auch direkt in Ahrtal und in Arweiler.
Herr Michler, Sie kommen da an. Im Ahrtal haben 150 Menschen ihr Leben verloren und Ihre Aufgabe ist es den Angehörigen, die wohl schlimmste Nachricht ihres Lebens zu überbringen. Wie machen Sie das? Also ich kann ja über von Weilerswist reden, weil dort ich gerade eine Frau betreut habe, die er in Mann suchte, erstmal suchte. Und dann, wie sich dann rausstellte, ist der gute Mann dann halt eben, wo das THW kam und die mussten das Gebäude verlassen. Ist der Mann wie immer in den Keller gelaufen. Das war halt so üblich, wenn da viel Wasser von der Heifel runterkommt, dass der Mann dann im Keller eine Pumpe angesteckt oder angeschmissen hat.
Und in dem Moment ist die Frau mit dem THW evakuiert worden und der Mann ist dann nicht mehr rausgekommen. Da habe ich das ganz eng erfahren. Ich habe die Frau betreut und bis hin, bis wir die Kriminalpolizei aus Kirchen gesagt hatten, der Mann ist tot. Wir haben auch einen Abgleich gemacht. Das geht ja nicht einfach so nach dem Namen her der Mann ist tot, sondern da müssen ja bestimmte Kriterien erfüllt werden, aussehen, Merkmale. Und wenn das alles übereinstimmt, dann kriege ich die Freigabe. Das ist aber nur im Katastrophenfall. Normal ist die Freigabe nur mit der Polizei möglich und die Todesüberbringung mit der Polizei.
Da aber hier jetzt eine Katastrophe war, ein außergewöhnliches Ereignis, dann musste ich das alleine der Frau überbringen. Wir erinnern sich an diese Situation, Herr Michler, dass Sie uns erklären, Sie treten der Frau gegenüber. Was sagen Sie? Bevor wir der Frau da sagen, machen wir, ziehen uns erstmal zurück. Wir haben dort in einer Schule einen Klassenraum eingerichtet und haben dort eine Kerze aufgestellt. Das klingt vielleicht kitschig, aber im Grunde genommen, wenn man so ein Trauerfall hat oder ein Gespräch hat, sollen wir es so gemütlich, sage ich mal, in Anführungsstrichen machen, wie es eben geht.
Dann habe ich ein Bild von der Wand genommen, was dort gerade hinkt. Das war eine Baumallee. In dieser Baumallee guckte man rein, ins Endlose. Dieses Bild habe ich dann auf den Tisch gestellt und habe dann mit dem Notarzt die Frau geholt. Und der Frau habe ich dann die Wahrheit gesagt, aber nicht drum rum geredet, sondern einfach die Wahrheit gesagt, dass hier Mann gefunden worden ist und dass der Tod ist. Da war es erstmal Pause, beide Seiten, von meiner Seite Pause und von Ihrer Seite. Weil erst mal, von meiner Seite, weil ich erst mal Auskundschaften wollte, be reagiert sie darauf.
Nach Ihrer Pause fiel sie in Tränen und hat aber dann gleichzeitig gesagt, ich habe das schon mitgerechnet. Also sie war im Innerlichen schon so weit, dass sie gesagt hat nach vier Tagen, der kommt nicht mehr heil zu mir zurück. Nun ist eine solche Situation auch für einen Notfall Seelsorger, eine Belastung. Wie schützt man sich davor, selbst traumatisiert zu werden? Also nach der Überbringung der Todesnachricht habe ich jetzt dreimal geschluckt, dass auch mit dem Notarzt noch besprochen, ob von medizinisch die Frau noch behandeln müssen. Nein, die Frau ist dann zu ihrer Freundin gegangen und hat das Gleiche der Freundin erzählt, ohne unseres Wissens.
Auch die Freundin war sehr gefasst, weil die Leute einfach mit der Katastrophe dort nach etlichen Tagen gelebt haben. Also die haben die Katastrophe schon gelebt. Also der schlimmste Fall ist halt eben der Todesfall und da rechneten einige Leute schon mit, wenn die Leute, also die Angehörige noch nicht wieder rausgekommen sind aus dem Haus. Ja, meine Wenigkeit ist dann zurück in die Rotkreuz Unterkunft gegangen und wir haben uns zusammengesetzt mit noch einem Notfall Seelsorger, der auch dort war. Und wir haben dann zu zweit und dann kam noch eine Rettungsanitäterin dazu und wir haben dann zu dritt diesen Vorfall nochmal aufgearbeitet.
Aber das war nicht lange, weil nach einer guten 20 Minuten richtig einen Anruf und ich musste wieder in eine andere Situation rein. Nun ist das ja eine ganz besondere Situation. Und ich kann mir vorstellen, dass es halt ganz viele unterschiedliche Situationen gibt, in denen sie dann zur Hilfe gerufen werden von der Polizei zur Überbringung einer Todesnachricht. Was haben sie da bisher schon und Reaktionen erlebt? Also alle Reaktionen. Das geht von Weinkrämpfen über Material in der Wohnung hin und her schmeißen, wo wir auch Eigenschutz suchen müssen.
Bisschen zur Selbst-In-Einkehr, wo die ganz still sitzen und irgendeine Ecke sich verkrömmeln. Also die gehen wirklich von so vorunter und suchen sich eine Ecke und setzen sich da in der Hocke hin und sind ganz still. Und einige sind natürlich emotional sehr hoch. Also da muss man genau als Notfall Seelsorger, auch wenn die Polizei noch da ist, die versucht das zu beschwichtigen. Aber wenn nichts Großartiges passiert an Gewalt, dann stehe ich alleine erstmal mit den Trauerenden da. Und dann werde ich den Trauerenden natürlich ein Angebot machen.
Wen hätten sie denn jetzt in ihrer schweren Situation bei sich? Und dann kommen die aus sich raus. Entweder Mama, Opa, Tante, Onkel, Nachbarn in dem Bereich. Und dann versuche ich das mit denen. Nicht ich mache das alleine, sondern mit den Trauerenden ein soziales Verhältnis wieder aufzubauen, dass die ein bisschen aus dieser Trauer rauskommen. Und haben Sie ja gerade geschildert, wie das da im Arztal war, dass man da eigentlich gar nicht zur Ruhe kam, dass ein Gespräch auf das andere eigentlich folgte, dass man dann in so einer besonderen Situation einfach auch von der Leitstelle eingeteilt wird.
Was brauchen Sie für sich selber, nachdem Sie in so einem Gespräch gewesen sind? Wie gehen Sie für sich persönlich damit um? Also ich suche mir einen ruhigen Platz. Es kann ein Bully sein, das kann auch ein Klassenraum. In dem Fall war es ein Klassenraum. Und suche mir einfach Gesprächspartner. Ich versuche, durch Gespräche einfach darüber wegzukommen. Wenn ich im häuslichen Umfeld war, jetzt hier oben, bin zu einem Trauerfall gerufen worden und ich kam wieder nach Hause, dann hat meine Frau alle 24 Stunden, egal, welcher Uhr es war, ich weg war, immer auf mich gewartet.
Und ich habe mit ihr diesen Fall nochmal rekonstruiert. Und sie hat auch zugehört. Und wichtig für mich ist immer, wenn jemand zuhört. Nicht so lapidar, ach, das war schon nicht so schlimm oder so. Nein, ich möchte jemand, der mir zuhört und eventuell mir auch in die Augen schaut, der das ernst meint, der mit mir quasi diesen Einsatz nochmal durchlebt. Herr Michler, jetzt ist die A-Tal-Katastrophe schon eine Weile her, sie sind pensioniert und haben eine Menge dieser Fälle erlebt und auch durchlebt, kann man ruhig so sagen. Belasten Sie diese Dinge, die Sie erlebt haben heute noch, oder konnten Sie das hinter sich lassen?
Jetzt bin ich drüber weg, also die Belastung ist jetzt ganz weg. Ich habe das erste Jahr, wo ich aufgehört habe, klar, habe ich wieder mal mit meiner Frau oder auch in der Verwandtschaft, weil wir ja alle, meine ganze Familie ist ja im Bereich des DAKs täglich, Rettungsanitäter, Betreuungsdienste in diesem Bereich, konnte ich darüber reden immer noch und habe auch in den Dienstabenden, beim Roten Kreuz das als Schulungszwecke genommen. Ich bin ja auch Ausbilder für PSNV, d.h. also Psychosoziale Notfallversorgung, dass ich da gewisse Einsätze, die ich dort durcherlebt habe, in dem Bereich wieder aufarbeiten.
Und dann fragte Teilnehmer auch immer, wie es denn gewesen war. Und da kann ich das halt eben nochmal richtig schön aufarbeiten. Dann ist für mich das aber auch gegessen. Wir sind nach solchen Ereignissen gemeinsam zu trauern. Es werden ja dann oft Erinnerungsplätze geschaffen. Ich denke da z.B. an den Erinnerungsplatz in den Alpen nach diesem Lufthansa-Absturz, wo ein Pilot Suizid begangen hat und im Grunde alle Passagiere mit in den Tod genommen hat. Da wurden dann Tafeln aufgestellt mit den Namen der ums Leben gekommen. Halten Sie so was für sinnvoll?
Bei der Masse ja. Im Einzelnen wird das wahrscheinlich nicht durchführbar sein, aber in der Masse ja. Sie werden wahrscheinlich das haltere Unglück angehen, wo die Schüler vor Unglück sind oder mit dem Flugzeugabsturz vor Unglück sind. Da ist das gemacht worden an der Schule. Da habe ich das per Video und alles Videoshalte mitgekriegt. Und das ist heute noch ein Ort, wo die Schüler und Schülerinnen mit den Lehrern zusammen diesen Todestag, der ja immer wiederkehrend ist, dort nochmal erinnert werden. Das heißt, es gibt nicht nur diesen Erinnerungsplatz in den Alpen, sondern auch an der Schule.
Gedenkt man der Opfer von damals regelmäßig. Ja, also an der Schule ist eine Tafel aufgebaut worden mit den Schülern und Eltern und den Lehrern zusammen. Dort stehen die ganzen Namen drauf. Und dort wird jedes Jahr den Opfern gedacht im Form von einem Blumenliederlegung in dem Bereich. Und da gibt es auch eine Trauerminute oder Trauerstunde. Und dann geht es wieder in die Schule. Also das wird jedes Jahr dort gemacht. Und hier zu Hause in Baronsendernähe, wenn also der Verstorbene beerdigt ist, klar, auf dem Friedhof, dann ist er alleine, wo die Eltern oder die Angehörige dort auch trauern können.
Aber ich gehe dort nicht wieder hin. Herr Michler, hat Ihre Arbeit als Notfallsehensorger Ihren eigenen Blick auf den Tod verändert? Ja, man denkt schon drüber nach. Einmal an der einen Seite das Leben, wie schön das Leben sein kann, mit allen Facetten, wie das Leben so bietet, herrliche Facetten, schöne, auch traurige. Aber andersrum, wie schnell ein freudiges Leben von jetzt auf gleich vorbei sein kann. Das habe ich immer wieder erfahren bei meinen Einsätzen. Wenn ich angerufen werde von der Polizei oder Leitstelle Feuerwehr, dass ich dort sofort hinbeordert wurde und dieser Verstorbene dann, wo ich ankam, maximal 15 Minuten verstorben war.
Und dann bin ich sofort in diese trauer Geschichte emotional reingeraten. Und deswegen sagen die Angehörigen immer, der ist heute Morgen um 8 Uhr außer Haus gefahren, mit Küstchen und bis heute Abend. Eine Stunde später standen wir da von der Polizei und von Notfallsehensorgen haben noch die Todesnachricht überbracht. Herr Michler, Sie könnten bewusst sterben. Was wären Ihre letzten Worte? Haben Sie da schon mal drüber nachgedacht? Ja, und zwar meine letzten Worte würden, dass meine Familie weiter so lebt, wie sie bisher gelebt hat. Sie sollen nicht jahrelang oder Monate über mich trauern.
Das geht nämlich auch in die Substanz des eigenen Menschen, sondern die sollen eine gewisse Zeit trauern, keine Frage. Aber sollen dann weiterleben, wie es in meinem Sinne so war. Ich bin ein fröhlicher Mensch, der viel organisiert, der viel auch macht, Spaß hat. Ich habe alles drum und dran. Ich habe ein Enkelkind, ein gesundes. Also in dem Sinne weitermachen. Also nicht großartig lange trauern. Einfach mal schlucken und weiter durchs Leben gehen. Lassen Sie uns Ihre eigene Beerdigung planen? Also jetzt natürlich nur gedanklich. Haben Sie darüber schon mal nachgedacht?
Nein. Ehrlich gesagt nein. Ich habe immer in meiner Frau schon drüber gesprochen, wie es dann so werden sollte. Aber direkt die Beerdigung planen, ja könnte ich machen, aber ich habe mir da extra noch keine Gedanken gemacht. Also ich möchte schon eine Feuerbestattung machen. Da habe ich mir schon mit meiner Frau Gedanken gemacht. Meine Kinder sind nicht gerade erbaut von dieser Feuerbestattung, aber das wäre unser letzte Wille jetzt die Feuerbestattung. Vielleicht noch so ein bisschen Absatz von dem, was wir uns dann so gedacht haben. Habe ich eine eigene Erfahrung gemacht wie vor elf Jahren, mein Vater starb, dass es auf jeden Fall sehr hilfreich war, wie wir dann mit ihm darüber sprechen konnten, dass er uns geschildert hat, was er machen möchte, aber dass er uns auch das Zutrauen gegeben hat, dass wir das gut machen werden in dem Gespräch.
Und ich glaube, wenn man den anderen da so ein bisschen den Raum auch lässt, ist das vielleicht dann auch etwas, was diese Situation so ein bisschen einfacher macht. Gesetz in Fall, aber Sie könnten selbst Ihre Trauerrede schreiben. Was wäre wichtig, das gesagt werden sollte? Dass ich ein aufrichtiger und ein ehrlicher und ein zuhörender Mensch war, der seine Familie liebte und der auch für die Vereine da war. Also DHK, Feuerwehr, ich bin ein Vereinsmensch, ein Teamwörter, so einfach kann man mich nennen. Und da bin ich auch stolz drauf, dass ich mit anderen, auch mit meinen 66 Jahren, die jetzt in den nächsten Monaten auch mit zukommen, auch mit jungen Leuten klarkommen, die nicht sagen, Alter, was willst du hier, sondern ich komme mit den jungen Leuten klar und wir bilden ein Team, egal wie, aber das nehme ich mir einfach raus und das zu sagen.
Hennen Sie auch schon die Inschrift auf Ihrem Grabstein? Kann ich Ihnen so nicht sagen, also ich persönlich möchte gar keinen Grabstein haben. Ich möchte einfach, wie gesagt, in einer Feuerbestattung eine Urne und möchte so in Friedfalt, in der Nähe so Art Friedfalt am Baum oder so dort auch beerdigt werden und mit einem kleinen Kärtchen am Baum oder mit einem Holz Inschrift, dass hier einfach der Reinhold Michel hier liegt und in Ruhe unsampft. Hätten Sie denn auch ein Musikwunsch, den Sie den anderen bei dieser Trauerfeier mitgeben würden, was auf jeden Fall gespielt werden soll?
Ja, ich sage mal so, ich meine nur Musikwunsch aus der Trauerfeier. Also ich bin aufgewachsen in den 70er/80er Jahren Rock'n'Roll, AC/DC, Stattlesquo in dem Bereich, ich würde eine Musik aus dem 80er/70er/80er Jahrgang nehmen. Bestimmtes Lied, das Ihnen da besonders am Herzen liegt? Ja, ist mir so nicht bewusst, was ich nehmen würde. Hab ich auch noch nicht drüber nachgedacht. Also 80er Jahre Hard Rock auf jeden Fall? Ja, so ein bisschen. Also nicht gerade AC/DC auf der Beerdigung, aber ein etwas langsameres Lied von Stattlesquo oder so in dem Bereich würde schon angemacht sein.
Ich war mal auch im Münsterland zu Gast an dem Tag des Friedhofs und da hat mir ein neuer apostolischer Facher die Geschichte eigentlich mitgegeben, ob man auch AC/DC Highway to Hell in der Kirche bei einer Beerdigung spielen kann. Und da fand ich besonders gut, dass er wurde das selber gefragt, dass er die Menschen gefragt hat, warum? Warum ist das euch so wichtig? Und nachdem die Familie eben das geschildert hat, hat er gesagt, ja, okay, darüber sollten wir sprechen, das nehmen wir mit. Und er glaubte eigentlich, dass alles das, was man aus Liebe spielt, dass man das dann auch in so einem Moment spielen kann, dann muss es halt vielleicht so ein bisschen erklären.
Also Highway kann ich mir schon vorstellen, ein Highway ist unendlich auf eine unendliche Reise. Also das wäre schon, sag ich mal, einfach schon vorstellbar. Wobei es aus dieser Zeit gibt es ja diesen ganz tollen Song von Led Zeppelin, ein bisschen früher, "Stay Way to Heaven", der wird ja oft gespielt. Ja, richtig, richtig. Also warum nicht? Also das sind so Musikstücke, die ich auch gerne höre jetzt heute noch. Und das muss dann nachher meine Angehörige oder meine Frau, die dann eventuell noch lebt, mit meinen Kindern dann besprechen, was dann ist.
Also ich wäre da schon so in diesem Bereich offen wäre. Und ich glaube, das wurde auch so ein bisschen in dieses Lebensgefühl, wenn sie mit dem Wohnwagen unterwegs sind oder auf dem Recker sind, so ein bisschen beschreiben. Herzlichen Dank, Herr Reinhold-Michler, dass Sie sich die Zeit für uns genommen haben, das nicht selbstverständlich, auch dass Sie einfach mit so viel Herzblut dieser Aufgabe nachgehen und Menschen heffen. Danke schön. Ja, bitte. Schön am Leben bleiben und bis bald. Danke schön, Herr Michler.