Episode 3 ∙ 18.04.2024 ∙ 61 Min
Wie gut kennen Sie den Tod, Herr Bausch?
Mit David Roth, Klaus Reichert, Joe Bausch
Wie gut kennt ein Mann den Tod, der ihm beruflich, filmisch und persönlich gleich dreifach begegnet? Joe Bausch war 30 Jahre lang Gefängnisarzt in der JVA Werl, spielt seit über 25 Jahren im Kölner Tatort den Gerichtsmediziner Dr. Josef Roth – und hat auch ganz privat seine eigenen Erfahrungen mit dem Tod gemacht.
Er erzählt von der Beerdigung eines befreundeten Kollegen, der zuvor die Corona-Impfkampagne organisiert hatte und überraschend an einer langen, nie erwähnten Krankheit starb: eine überraschend volle Kirche in Herne, eine Zeremonie ohne bedrückende Feierlichkeit, sondern mit der Leichtigkeit eines vollendeten Lebens. Bausch erzählt außerdem, wie sich sein Blick auf Beerdigungen über die Jahrzehnte verändert hat.
Ein erster Eindruck aus der Aufnahme: „Die erste Frage, Herr Bausch, die wir all unseren Gästen stellen, lautet: Wann waren Sie das letzte Mal auf einer Beerdigung?" – „Das war letztes Jahr im Sommer, bei der Beerdigung eines Kollegen … Ich wusste nicht, dass er so krank war."

Über Joe Bausch
Joe Bausch ist zu Gast. Der ehemalige Gefängnisarzt der JVA Werl kennt den Tod aus mehreren Blickwinkeln: als Mediziner, als Schauspieler, der seit 26 Jahren im Kölner Tatort den Gerichtsmediziner Dr. Roth spielt, und ganz persönlich. Er erzählt, wie er als junger Mann seinen plötzlich verstorbenen Vater nachts allein im Kühlfach des Krankenhauses aufsuchte – ein Moment, an den ihn bis heute jede Leichenschau-Szene im Tatort erinnert. Sein neues Buch „Verrücktes Blut" erscheint am 30. Mai.
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Hallo zu Talk about Tod, wir freuen uns, dass du lebst und uns zuhörst. Mein Name ist Klaus Reichert. Ich bin David Roth. Hallo zu einer neuen Folge unseres Podcasts. Heute ist ein Mann zu Gast in unserem Podcast, der den richtigen Tod aus seiner Arbeit als Gefängnisarzt kennt, natürlich auch aus persönlicher Erfahrung mit verstorbenen Angehörigen. Er kennt aber auch den Film und Fernsehtod aus seiner Arbeit als Schauspieler. Unser heutiger Gast ist der ehemalige Gefängnisarzt, Schauspieler und Autor Joe Bausch, der im Tat auch das WDR den Gerichtsmediziner Dr.
Josef Roth spielt. Hallo und herzlich willkommen, Herr Bausch. Ja, hallo. Hi. Die erste Frage, Herr Bausch, die wir alle um sein Gästen stellen lautet, wann waren Sie das letzte Mal auf einer Beerdigung? Das war letztes Jahr im Sommer, weil ich auf der Beerdigung eines Kollegen, mit dem ich zusammen in der ärztlichen Weiterbildung zwei Jahre in einem Krankenhaus gearbeitet habe, dann haben wir uns verloren und dann sind wir uns in der Corona-Epidemie wieder begegnet, weil er war der organisierende Arzt für dieses große Impfgeschehen war. Und ich wusste nicht, dass er so krank war.
Dann ist er dann letztendlich kurz nachdem er seine Arbeit verlendet hatte, selbst auch nach langer Krankheit offenbar gestorben. Wir haben uns also noch mal wieder getroffen und ich habe dann auch interessanterweise, manchmal erfährt man ja auf der Beerdigung wieder etwas von allen Menschen, was man vorher gar nicht wusste, nämlich, dass er sehr engagiert war, dass er sehr religiös gewesen ist. Und das hat mich schon auch ein Stück weit beeindruckt, weil der macht immer so auf mich das, was wir eben begrüfft, das Leichten, das Wochen, das Leben ist schön und plötzlich war er tot.
Aber das ist ja auch das Verrückte, wenn jemand so plötzlich stirbt, dann sagt man immer, mein Gott, man hätte sich noch so viel zu sagen gehabt und man hat so vieles versorgen. Und dann gibt es andere, die sterben langsam vor sich hin und haben Zeit, vieles vorzubereiten und den Orten umzubringen und so weiter. Und das hat er offenbar, er hat aber daraus keinen großen Aufruf gemacht. Das war seine ganz persönliche private Geschichte und er selber war Arzt, er wusste um sich und das, was ihm passieren würde und was mir sehr imponiert hat, er hat trotz des offenbar schon länger sich ankündigenden Tudes diese Leichtigkeit behalten.
Und dann später erfährt man, dass es im Endeffekt auch darauf zurückzuführen wird, dass er eben auch ein sehr religiöser Mensch war, was ich nicht wusste. Wie haben Sie diese Beerdigung erlebt? Was war für Sie gut oder was hat Ihnen nicht so gut gefallen? Das Gut war was, es war überraschend voll. Die Kirche in Herne war überbauten voll. Na klar, ich meine, ich hab gedacht, das sind alles seine Patienten gekommen, natürlich nochmal. Das war aber nicht so. Es waren durch die Bank alles Leute, Freunde von ihm, Bekannte von ihm, die beeindruckt waren, von dem was er dort in den letzten Jahren, Jahrzehnten als Niedergelastener Arzt offenbar für seine Patienten geworden war, mehr als Arzt.
Und das war schön und die Zeremonie hatte eine Leichtigkeit, die war nicht vom Trauer gefüllt, sondern eher von der Tod als Vervollkommnung des Lebt. Und das ist mir in Erinnerung geblieben, das war jetzt nicht immer so memento mori und wie ich das als Ministerin alles zu kennen gelahmt habe, unter Gott im Hemmel. Denn liebe Gott hat sich jetzt auch in seiner Diener wieder zurückgeholt und jetzt beten wir auch gleich noch für den Nächsten der Folgen wird. Also diese ganze, diese Grausamkeiten, die mich Jahrzehnte lang davon abgehalten haben, Beerdigungen zu besuchen, natürlich auch im Alter, wo man selten auf Beerdigungen geht.
Jetzt komme ich ja langsam in so einem Alter, da sind die Einschläge größer und man geht, wenn es denn sein muss. Würden Sie sagen, dass das eine schöne Beerdigung war, da muss überhaupt sagen, schöne Beerdigungen? Noch, ich finde schon, also gerade ich als gelernte Oberminister kann sagen, das war eine schöne Beerdigung. Ich habe auch furchtbare Beerdigungen erlebt, die auch dem Toten oder dem Verstorbenen nicht gerecht wurden, wo wir alle gesagt haben, kollektiv, wie wir das als enge Freund gestanden, das hat er nicht verdient oder sonst. Das hätten wir besser gemacht.
Aber dieser Kollege hat wirklich das bekommen, was er sich gewünscht hat, er konnte wohl auch noch darauf einwirken, konnte sich damit beschäftigen. Das ist ja, dass das Menschen auch offenbar hatte, er auch die Zeit und auch den Mut oder die Lust, sich mit dem eigenen Sterben dann auch zu beschäftigen. Er konnte sich damit beschäftigen, er musste sich damit beschäftigen und er hat es auch offenbar in einer Art und Weise getan, gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern, dass das Ganze so war, wie er das wollte und er hat es nicht im Zufall überlassen.
Klingt gut. Wir springen immer ein bisschen hin und her zwischen Ihrer Arbeit als Schauspieler, Ihrer ehemaligen Arbeit als Gefängnisarzt und natürlich auch Ihren persönlichen Erlebnissen. Haben Sie denn auch mal an einer Filmbeerdigung teilgenommen und wenn ja, haben Sie mal? Ja, klar. Ich habe einige Filmbeerdigungen mit sekundiert, hätte ich meiner Meinung nach gesagt. Es war ein verantributeter Musikerfilm, das werde ich nie vergessen, auf dem Melaten-Free-Tof in Köln, mit der gerne filmmäßig beerdigt und so weiter. Da spielt es sogar den Totenkräfer, der auch Stikbesoffen dann letztendlich in den Selbst-in-Scrab-Feld, wie das immer so passifiziert wird, das ist ja eine Szene, die haben wir gerne mal, damals war die noch erlaubt, ich glaube heute würde man das auch verbieten, aber egal.
Das ist das Schöne, weil man dann halt einfach den ganzen so eine, das tragische nimmt, das wird dann tragisch konisch oder sonst was. Ansonsten gab es natürlich immer mal wieder so Sequenzen, wo man dann halt, wenn das Film so anfängt oder so endet, dass am Ende irgendeine Figur beerdigt wird und man steht da in dunklen Klamotten, der Vorteil ist immer, du kriegst dann halt eben nochmal ein zweites Outfit oder ein drittes Outfit, weil man dann so eine Erdeung ja immer in schwarz geht, also damals im Film. Sag mal David, diese Szene, die Herr Bausch gerade geschildert hat, dass jemand in das Grab hineinrutscht, entweder der Bestatter oder ein Angehöriger, kommt das mal vor oder ist es wirklich nur eine Szene, die im Film stattfindet?
Also Fritz, ist das dreimal passiert, während es in der Karriere, dass er mit ins Grab gefallen ist, mir glücklicherweise noch nie, der Mutter meiner Kinder, das ist auch passiert, deshalb rate ich auch immer, wenn wir mit Familien das machen, dass die diese Balken neben dem Grab nicht verlassen. Heute ist halt meistens so ein Verbau unten im Grab, der die Erde zusammenhält, das war früher aber nicht immer so. Und wenn man dann neben das Grab tritt, rutscht da so ein ganzer Teil ins Grab rein. Und ich sag mal so, anders als im Film, wo wir uns ja gerne unterhalten lassen, ist dann die Aufregung groß.
Was mir nur bisher persönlich passiert ist, dass das ein Träger mal ausgerutscht ist, wodurch halt der Sarg relativ ungebremst mit dem Unterteil des Sarges im Grab gelandet ist und erstmal aufrechterstand. Und das ist natürlich wild und dann war es ganz toll, dass die Fahrerinnen, die wir dabei hatten und ich es geschafft haben, erstmal zu gucken, dass dem Herrn nichts passiert ist, der da ausgerutscht ist und die Angehörigen auch so ein bisschen einzufangen. Ich glaube mir auch, dass es keine Zufälle gibt. Irgendwas kann immer passieren. Manchmal ist das irgendwo auch stimmig.
Und ich kann jetzt nicht behaupten, dass das per se die Stimmung auflockert oder aufreitert, sondern dass man einfach ganz in Ruhe weitermacht, guckt, dass niemand was passiert ist und jemand sanft ins Grab gelegt wird, was die Angehörigen ja letztlich möchten. Aber das kann passieren. Und ich, wie gesagt, habe da so meine Lehre draus gezogen, dass wenn ich das mit Angehörigen mache, die sehr aufmerksam auch immer sind, das wäre einfach ganz in Ruhe, gemeinsam erklären, ich ansage, was wir da gerade tun. Und das wir da aufeinander achten. Aber wer weiß, vielleicht passiert mir das auch noch in live bei Fritzsahen-Beerdigung, weil ich nicht dabei, wo ihm das geschehen ist.
Er hat da immer von erzählt und das sind auch Verbindungen. Also du hast ja dann auch so eine Gemeinschaft mit den Menschen, die da mittragen. Und wenn du dann nachher, sag ich jetzt mal, in einer stillen Ecke da im der Gaststätte oder so, dann kölch und korn miteinander trinkst, daran erinnerst du dich. Auch ist es ja so, dass sozusagen viele Beerdigung ja schon was Trostloses haben. Das muss man ja einfach sagen, das kann schon was tun. Definitiv. Oder wenn die tronlos sind. Und wenn dann der Bestatter ins Grab fällt, dann hat man zumindest noch jahrzehntes später was zu erzählen von dieser Beerdigung.
Ist das einzige, was in Erinnerung bleibt? Ich glaube auch, das ist dann das, was in Erinnerung bleibt. Ich kann mich erinnern, also in den Dorfern, als ich klein war und mitgenommen wurde, weil man schon früh an diese Geschichte noch angeführt wurde, dass man immer darauf geachtet hat, dass die Sarkträger, dass man ja meistens immer so drei Männer, man muss immer gucken, dass sie gleich groß sind, dass das irgendwo gerade ist und so, weiß ich noch. Und damals wurde der Sark ja noch im Haus abgeholt. Und das war eine lange Wege. Und das heißt, es gab dann zwischen Düsseldorf so einen Art, so einen Gestell mit Fahrradrädern, Trömmen mit dem das geschoben wurde durchs Dorf, aber es musste getragen werden aus dem Wohnzimmer bis dahin und von diesem Gerät bis über den ganzen Friedhof.
Das war ja natürlich zu jeder Jahreszeit. Und das war die Beerdigung, waren immer nachmittags um zwei, ich finde das andere oder hat drei. Und da wurde immer darauf geachtet, dass die Träger wirklich vorher nicht schon mit Schnapsel getrunken. Weil sonst werden immer schon ein paar dabei, die haben halt ihren Kummer schon mal niedergetrunken. Und das war dann halt immer schwieriger. Sagt immer, hey, hinterher ja, aber vorher bitte auf keinen Fall. Wir kommen gleich nochmal zu Ihrer Kindheit und Jugend. Auch was Sie als Messdiener erlebt haben, ich wollte noch eine Frage stellen im Thema Darstellung von Beerdigungen von Beisetzungen im Film.
Ist am Set dann auch so eine Stimmung wie auf einer Beerdigung, geht es auf die Leute über oder ist es einfach eine normale Szene, die gedreht wird wie jede Szene auch? Ja, und erster Linie ist es eine normale Szene, wie jede Szene auch, die sehr konzentriert angegangen wird. Man bester ist ja, man ist der Warnschaltmärn, also die Erste sitzt und dann ist es gut. Es hat natürlich immer auch was anderes, von dem man weiß, das ist ja meistens ein echter Friedhof, auf dem wir drehen. Das ist ja nicht gebaut wie vieles andere. Und das färbt ab auf die hartgesottenen, die zwar unglaublich sind, aber so ein Friedhof von die Grabsteinen und der Weg dahin, unterliegenden, paar Tausend schon in der Erde.
Das erinnert jeden, ob er will oder nicht, da waren das sein Leben endlich erst. Und das führt schon dazu, dass es nicht ganz so lustig ist. Das weiß ich, wenn man jetzt tagelang im Kommissariat dreht, und es ist Normalität, es ist alles gebaut, es stimmt alles nicht. Man begegnet nur Menschen vom Film und keine Dekoration erinnert ein Knanenlos an die Endlichkeit des eigenen Lebens. Und dann waren sie ja auch Gefängnisarzt über viele Jahre in der JVA-Werl. Ist es Ihnen da auch mal passiert, dass ein Gefangener gestorben ist? Und waren Sie auch der Beerdigung?
Natürlich sind im Laufe von 32 Jahren eine ganze Reihe von meinen Patienten auch gestorben, teilweise tragisches. Häufig ist halt Suizid, das ist dann immer auch eine dramatische Zustimmung, aber auch einige, die halt alt waren, krank waren, gestorben sind, die ich nicht vorher lang oder halten konnte. Und irgendwann mal kam einer der dann jüngeren Anstandsgeistlichen auf die Idee dann doch auch mal gerade für die Lebensflangen, und die die dort ihre Heimat hatten, auch ihre Freunde hatten, dass man für die dann in der Anstandskirche, die seligerweise "Sankt Peter in Ketten" heißt, dort, dass da halt eben auch zumindest ein Gottesdienst stattfindet.
Also die Leiche wird dann nicht aufgebahnt oder sowas, aber das ist nochmal, die Betreffenden können ja auch nicht alle raus, auf dem Friedhof, aus nachvollziehbaren Kunden, das würden wir gerne, weil die Hälfte käme nicht mehr zurück oder noch mehr. Also hat man dort wenigstens eben der Kirche einen Gottesdienst, ein Trauer-Gottesdienst, abgehalten. Und es war toll zu sehen, dass dort nicht nur die hart gesortenen Mitgefangene irgendwo mitstanden, sondern auch es kamen auch irgendwie wie Beamten mitstorben hinzu und haben an dieser Trauerfeier kurz teilgenommen.
Das hat mich sehr bewegt, weil es an den ungewöhnlichen Orten, wo das Sterben ausgeklammert wird eigentlich, obwohl es allgegenwärtig ist, also die Menschen haben gemordet, das heißt, der Tod ist ihnen vertraut als Täter. Und sie haben Angst vom Sterben oder einigen von ihnen sterben auch. Und dass es dem Gefängnis mit der Tod ausgeklammert wäre, legen die Menschen möglichst zügig, wenn wir sehen, der stirbt dann raus. Das ist ja was ich meine. Wenn einer 50 Jahre alt ist und hat noch 20 Jahre abzureißen, dann ist die Konfrontation mit dem Tod nicht so schön.
Und deshalb ist das traditionell immer so gewesen, also zum Sterben raus. Das ist so ein kurz gefasste Variante. Und dann wirkt es auch woanders hin, weil wer in der Beerdigt wird, da muss die Stadtwärl auch die Beerdigung bezahlen. Und deswegen können Sie sich vorstellen, wenn Sie ein großes Gefängnis haben, mit ganz vielen Menschen, die da auch alt werden, wirklicherweise sterben, dann ist die Stadt nicht erpicht darauf, ganz viele Bestattungen zu bezahlen. Dann lebe er noch mal in die Nähe seiner Angehörigen und verteilen. Also das ist schon was Besonderes, weil es passiert, die Menschen, es sitzen Norderdorfen, es sitzen Menschen, die Tod, Menschen Tod geschlagen haben, und trotzdem ist das Leben der eigenen Vergänglichkeit und dass man es gleich zum Nix mehr kriegt, da hat sich eine Umgebrachte, da ist eine plötzlich Tod.
Da ist schon einige Tage lang Betreten halt da. Und damit man merkt, alle sind sehr, sehr bemüht, wieder zu normalen Tagesorten überzugeben und das nicht weiter zu thematisieren. Und was passiert konkret, wenn ein Gefangener stirbt? Also sind Sie ja dann auch als Arzt tätig. Und wie sind dann die weiteren Abläufe? Na gut, es ist ganz einfach so, jeder Mensch, der im Gefängnis stirbt, also auch selbst wenn er erkennbar an einem Suizid gestorben ist. Oder wenn wir wissen, dass er sehr kannte gewesen ist, wird obduziert, das heißt, sobald wir einen toten Menschen haben, haben wir Leicherhahn, wird ein Polis-Ermittlungsverfahren angeleitet, in allen Fällen, weil man sagt, okay, das ist eine Ausnahmesituation, der hier im Gefängnis stirbt, bevor später irgendeiner mit dummen Scheißhauspaulen da irgendwie für Verwirkungssorgung, wir machen 100 Prozent dieser Menschen im Knaststärkern, werden obduziert, um die trudelsche Ursauchte ein, für alle mal sicher, sozusagen von einem echten Gerichtsmediziner auf festhalten in der Schule.
Und das ist dann immer etwas auch bei einem natürlichen Tod, wenn wir aufhören zu reanimieren, dass man dann sagt, okay, alles so liegen lassen und jetzt die Kripo-Anrufe, also das, was draußen eher seltener passiert, häufiger passieren sollte, aber seltener passiert, das ist im Knast immer so. Und das ist natürlich auch noch mal ein Moment, wo man dann innehält und dann, okay, hast du alles richtig gemacht, hätte man sehen können, man weiß ja jetzt was kommt. Also die Fragen, die gestellt werden, war das absehbar, war Suizid alle Absicht, vielleicht Erkennbar, hat einer ein Fehler gemacht, das ist ja immer in so einer Behörde.
Die erste Frage hat meiner wirklicherweise ein Fehler gemacht. Und wenn man sich dann gegenseitig versichert hat, dass wir alles korrekt gemacht haben, dann ist schon mal mehr Ruhe da und dann wartet man halt. Das ist schon, und das ist, wenn jemand stirbt, werden alle anderen halt eben eingesperrt, also die beiden werden auf ihren Aftraum verbracht. Also es gibt für mich so eine Traube, die mal zuguckt oder sowas, nein, in dem Moment wo es eine Ausnahmesituation ist, dann alle einer weggestärrt. Das wird also auch, wenn die Leiche, wenn die Bestattung kommen, ist der Turl gesperrt.
Das Haus ist, also das wird möglich dafür gesorgt, dass kein Publikumsverkehr da ist, weil man weiß, also nicht, weil man denkt, da nutzt das einer zur Flucht, sondern weil man einfach, das schlägt ganz schön auf die Stimmung. Hohe Unwurpotenzial und am besten ist es so, dass man sagt, oh, wie ehrlich, habe ich gar nicht mitgekriegt oder sowas. Ja, da kommen alle am besten mit zu Rangio. Insofern war diese Neuerung der jungen Anstalt geistlich und irgendwann war es so, nee, wir wollen es besprechbar machen. Wir machen dann hier wenigstens einen Gottesdienst, den vielleicht einen Tag oder zwei, nach der Beerdigung, wenn es halt passt von der Zeit, dann können alle kommen und Abschied nehmen.
Das war gut für alle Beteiligten, weil auch für den Beamten, der plötzlich irgendwo in eine Zelle kommt und da liegt jemand tot, ist das etwas, mit dem da muss er schon überreben können. Und auch für den Krankenpfleger und auch für den Arzt, der kämpft um das Leben eines Menschen und ihn dann verliert, muss es einen Moment geben, wo er darüber nachdenken kann. Das ist mir erst später aufgegangen. Das ist ja unser Job. Wir haben das doch gelernt. Nur, es ist wahrscheinlich bei Ihnen genauso, auch nur, weil das Ihr Job ist, ist es noch lange nicht so, dass das nichts hier auch emotionalisiert oder dass Sie dabei eiskalt wären, Fisch bleiben.
Auch der Fisch ist nicht eiskalt. Gleichzeitig habe ich aber auch schon erlebt, das kommt ja in den besten Familien vor, dass eigentlich einige Familienmitglieder, sage ich jetzt mal, unabkömmlich sind. Aber es ja auch so ist, dass jemand im Gefängnis inhaftiert ist und eine nahe Person verstorbt, die Mutter, der Vater, die Ehefrau. Und dann habe ich ja auch schon erlebt, dass jemand in Begleitung kommt. Also in der Regel verzichtet man da auf Handschellen und Ähnliches. Wie sind da die Abläufe? Oder gibt es da dann so Kriterien, nach denen man guckt, jemand darf gehen oder vielleicht, dass jemand auch einfach so gefährlich ist, dass es nicht geht?
Na klar, also man benützt sich natürlich, dass Schuhe gewährleisten. Also ich habe das so oft erlebt, dass mir Patienten gesagt haben, die haben nicht Schurbeerdigung meiner Mutter, nicht Schurbeerdigung. Die Oma ist ja oft viel, viel wichtiger als die eigene Mutter, weil viele meiner Insassen sind ja so Oma-Kinder, die sind bei den Großaltern aufgewachsen. Und wenn die Oma stirbt, ist das eigentlich schlimmer, weil die eigene Mutter oder der Vater, dann hat man, wo die schon seit Jahren nicht mehr auf dem Schirm, da ist es wurscht. Aber ganz vielen ist das unheimlich wichtig.
Und dann ist natürlich das Prozedur immer so, es wird geprüft, in Sicherheit wird geprüft, wie hoch ist die Fluchtgefährdung. Und das wird dann halt von Spezialisten, wir haben ja so eine Polizeierspektoren, wie wir es im Ende des Sicherheits nennen, kümmern die Werte dann und sagen, ja, Ausführung, ja, zu Beerdigung, aber Begleitung von mindestens zwei Beamten, die kommen natürlich, und denen die in Zivil kommen, die in Uniform, das ist immer mit, und der entscheidet, und da kann man ein bisschen, da kann man gucken, wie weit will er mitspielen.
Und da hat man in Handstellen oder Hamburger Fessel, das heißt, die Hände sind gefesselt und durch das Bein läuft eine Kette runter zu einer Fußfessel, das kann man alles verfügen. Und dann ist noch die Entscheidung bewaffnet, nicht bewaffnet und wird Waffengebrauch angeordnet. Sie können sich vorstellen, in einem Kontext von der Beerdigung möchte man keine Schießerei irgendwo auf dem Friedhof, irgendwo auch noch irgendwo haben. Und dann ist immer die Diskussion, dass dann jemand sagt, nee, also wenn ich da gefesselt hin muss in Begleitung mit Uniformierten, damit man klar erkennen kann, das sind Ernstpersonen, dann gehe ich da lieber nicht hin und dann wird dann ein Kompromiss gemacht und manchmal wird gefochten bis zur letzten Minute.
Und manchmal scheitert es halt eben daran, weil man nicht zusammenkommt. Es gibt sehr betrurliche Momente, ich hab Beamte erlebt, die haben Beerdigungen abgebrochen, weil plötzlich ganz viele Engel da war, um den trauernden Sohn, oder es gab eine Beerdigung im Bereich der Roma und Sinti, das sind ja große Familien, und plötzlich da alle irgendwo umströmen und da stehen da zwei Beamte mit. Einem leckerfristig inhaftierten, wo man dann sagt so, dann hat der letzte Endes sozusagen den Rudolf hatte, der König oder auch immer hat, dann gesagt Leute, ich hatte Ballflaches für Tier, ordentlich Beerdigt oder sonst was, aber das erzählen alle Beamte, für die sind Ausgänge, Ausführungen zu Beerdigung immer, das ist heikel, weil das ist emotional, dann kommt dann noch der vermisste Sohnvater in Handschellen begleitet, also auch das ist ja so ein bisschen, muss der ausgerechnet jetzt den ganzen noch einen Markel aufsetzen, der Verlorne so und kommt in Handschellen zur Beerdigung, was tut der seinen Angehörigen an?
Das ist ja immer eine spielspelige Kiste, hochemotionalisiert, und ich habe wirklich schon solche Kerle, die großen für die Litfer sollt und genauso buntituliert, denen mir gesagt haben, ich konnte nicht an der Beerdigung meiner Roma dabei sein, weil das war ich gerade neu inertiert oder ich habe es zu spät erfahren durch Verlegung, oder die haben es mir nicht gesagt, das ist immer auch so die Verdächtigung, man hat es nicht rechtzeitig erfahren, weil drei Tage gehen oder vier Tage gehen schnell ins Land und bei muslimischen Insassen geht es ja noch schneller, also bis diese erfahren ist meistens der Papa oder die Mama schon oder der Erde.
Und dann ist das immer eine große Betroffenheit und das kann ich gut verstehen, das kann ich so gut verstehen, weil in meiner Kindheit war ich immer auch von Ängsten geplagt, dass ich möglicherweise den Tod einer meiner Eltern nicht, dass ich dann irgendwo laub bin, gerade irgendwo in Nepal rumturne und komme nach Hause und diese letzten 100 Kilometer damals gab es noch kein Handy, man konnte nicht eben mal rufen, sondern musste der Karte schreiben, das heißt, wenn man nach 6, 8, 9 Wochen zurückkam, das ging ab München sozusagen, weiß ich, man hatte ich ein Scheißgefühl, weil ich dachte, wenn ich jetzt durch die Tür komme und da kommt meine Weine, meine Mutter entgegen und sagt, der Papa ist tot oder umgekehrt und ich war nicht da, ist das ein Marke, der mich zeitlebens verfolgen will.
Und ja, so sind wir erzogen worden und das ist das nicht zu erklären, dass man da so eine Schuld und dass man nicht dabei war. Und manchmal könnte man ja sagen, ja ich hatte das Glück, ich habe es nicht mitgekriegt, ich bin da völlig ungeschadet geblieben von. Aber diese Angst, die man plötzlich in den letzten 100 Kilometern hatte, dass man sagte, jetzt, oh, jetzt, man hätte gerne vorher mal angerufen und gesagt, ist alles klar, wenn ich jetzt durch die Tür komme. Also insofern fand es zumindest etwas ganz Wichtiges zu sein, speziell auch für die Angehörigen, die nahen Angehörigen, dass sie da sind und dass sie wenigstens, wenn schon nicht beim Sterben, dann doch wenigstens bei der am Grababschied nehmen konnten und dabei sind.
Und die meisten wissen sogar auch, natürlich ist das immer ein Wahnsinnsauftritt, wenn da einer in Handschellen irgendwo auf den Friedhof geleitet wird. Weil alle anderen sehen, ja jetzt kennen jetzt das schwarze Punkt in der Familiengeschichte, da steht ja das schwarze Schaf im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich glaube auch, dass es wichtig ist, weil diejenigen, die so dacht und so reagiert haben, die sind nach meiner Erfahrung nicht die schlechtesten gewesen. Sie sind auf dem Bauernhof aufgewachsen. Wir haben jetzt schon an einen Stellen, haben wir schon darüber gesprochen, dass sie Messdiener waren, das haben sie erzählt.
Wann ist ihnen der Tod das erste Mal begegnt? Als Kind, wenn du einfach irgendwo mit fünf Jahren im Schweine Stall da, da ist da die Muttersau und du kriegst gesagt, du musst aufpassen, dass die Muttersau sich beim Hinlegen nicht auf eines der Fahrt gelegt hat. Dann passiert es trotzdem und du bist dann schuld an dem Tod. Du siehst, das ist unmittelbar, da ist ein Ferkel tot. Und das ist natürlich auch, sag ich mal, für den Bauern weniger Geld. Und du bist dann schuld, weil das servicede noch Optikette kriegen können, die es auch in den Hintern zu treten oder das gar eine Ferkel wegzuschieben.
Aber du warst verpeilt, verpennt, dass du schön warm war und auch ansonsten so langweilig ist. Dann siehst du, wie Tod funktioniert. Du siehst vor allem, ich habe als Kind gesehen, wie ganze Ställe mit Tieren verendet sind. Also, was weiß ich in der Maul und klauen sie euch. Das war Tod. Also der Tod, kann ich sagen, war schon von Kindheit allgegenwärtig. Und ich habe gesehen, wie bei uns die Schweine geschlachtet wurden. Gestern hast du sie noch gefüttert und geguckt und jetzt hängt sie an der Leiter und eben kommt du durch das Küchenfenster sehen, wie man tötet.
Danach bist du irgendwann mal das Normalität, wo hat Tiere, die sich verletzen und der Abdecker kommt. Also das ist ja der erste Begegnung mit dem Tod, was für mich das ein Auto kommt, mit so einer flachen Planung oben drüber. Und das nochmal zu sagen und auch, worum es für mich ging im Leben oder auch geht. Und könntest letzte Worte sprechen? Hast du darüber schon mal nachgedacht? Es gibt ja immer so famous last words. Ich möchte einfach verdrängen aus dem Bild hinaus und, sagen das ja gerade selber auch, beschrieben, dass es eher als Versagen etwas unaussprechliches ist, man die Konfrontation gerade mit den Angehörigen oder das Erklären aus der eigenen Vertraut hat.
Schaut halt scheuert. Wie ist das für Sie gewesen aus dieser Kombination dieser Erfahrung, wie Ihr eigener Vater verstorben ist? Das war alles zusammengekommen, was nicht hätte zusammenkommen sollen. Erstens, mein Vater ist im Krankenhaus gestorben nach einem Unfall, einem Sturz und es war jetzt nicht klar, war verletzt wie so viele. Aber er hat es geschafft ins Krankenhaus und die machen ihn wieder heile und dann ist es gut. Ich habe dann auch ihn erst mal nicht besucht, meine Mutter ist halt im Gezgerund. Ich habe dann halt das gemacht, was mein Vater auch wahrscheinlich gemacht hätte, dass ich ihm wesentlichen erst mal zugewandt habe, nämlich Geld für den, nämlich Theater stehen und musste auf die Bühne und kam dann irgendwann mal abends für die Bühne runter.
Da haben wir die Gefrorenin und sagten mir, ich setze dich mal hin, ich muss dir das sagen, wenn ich Mutter anrufe, dann fährt er es gestorben. Mein Vater hat eine akutisch schwere Lohnembolie geschossen sozusagen auf der Intensivstation und war unter sofortiger, engmaschiger Betreuung durch die Ärzte nicht mehr zu retten. Meine Mutter war dabei, aber ich nicht und Gudman Pune auch nicht. Und ich erfuß erst dann halt eben am Abend, wo ich von der Bühne kam, weil wahrscheinlich war vorher auch nicht erreichbar gewesen oder meine Mutter hatte besseres zu tun.
Ich habe dann mal geweint, danach habe ich mich ins Auto gesetzt, bin diese Strecke runtergefahren nach Lümburg. Dieses Krankenhaus, in dem ich selber auch schon oft genug Praktiker gemacht habe, war in einem Krankenhaus, wo ich wahrscheinlich heute noch den Rekord halte, in der Anzahl der Leichen, die ich allein in einem einzigen Wochenende mit dem Silberfeier, der in den Keller gefahren habe. Und also insofern ging ich nur an die Ford und sagte, ich brauche einen Schlüssel. Und da bekam ich den Schlüssel von der Brustsektor, es war spät in der Nacht.
Und ich bin da runtergegangen, ich kannte mich ja raus und habe das Fach aufgezogen und habe meinen Vater dort rausgezogen und habe mich neben mir gesetzt. Und ich habe ein langes, ein lang überfälliges Gespräch mit ihm geführt. Natürlich ein einseitiges Gespräch, es war eher ein langer innerer Monologue, was wir uns hätten alle noch sagen sollen, wenn uns die Zeit dazu geblieben wäre, wenn wir nicht damit... Wir haben nicht damit gerecht, mein Vater war gerade 70, der war eigentlich noch ziemlich vital. Aber so war es halt, er war plötzlich weg und ich habe ihn dann, wie gesagt, aus diesem Fach rausgezogen.
Und ich habe damals noch nicht geahnt, dass jedes Mal, wenn ich im Kölner Tatort, mir mache ich mit so einmal seit 26 Jahren, ich habe unzählige Male dieses Ritual. Dieses Ding aufmachen, dieses Kasken aufmachen, natürlich ist das den Köln gebaut. Am Anfang haben wir es noch in der richtigen Prosektur gemacht, aber später war das den gebaut in der Pathologie. Und dann habe ich dann jedes Mal diese Zähne, ich gehe da hin, die beiden Kommissare warten, ich mache die Tür auf, ich ziehe den Leichnamen daraus und erzähle. Und dann habe ich jedes Mal, mein Gott, ist das immer noch die Strafe dafür, dass ich, dass mein Vater starb, nicht dabei war, weil ich lieber Theater spielen wollte an diesem Abend.
Das ist immer noch mit Schuld verbunden, das ist immer noch ein Ritual. Es sagt mir aber auch jedes Mal etwas Positives, nämlich Positives, dass ich daraus ebenfalls für mich lernen sollte, dass man solche Gespräche nicht vor sich her schiebt. Es gibt irgendwann mal immer der Tag, da ist es halt so. Und dann gibt es einen Unfall und ich sage, hey, damit konnte ich wirklich nicht rechnen. Also es ist ein Ritual, dass immer noch schmerzhaft ist, weil es mich natürlich auch daran erinnert, dass wir hätten gerne noch miteinander, wo lebendig diskutieren sollen, können müssen.
Und auf deiner Seite sagt es mir, mir sollte das möglichst nicht passieren, dass ich mit ungeklärten, langen Geschichten sozusagen dahin scheide. Aber das ist eine Geschichte von zwei Seiten. Das muss man ernstherweiss sagen, in dem Moment, wo der eine tot ist und du sitzt lebendig daneben, denkst du alleine, dass es dein Versäumnis, aber irgendwann kapierst du auch. Das ist auch eine Pringschuld von dem, der gestorben ist. Also das ist keine Einbahnstraße. Und das ist ja optisch, dass wir uns vorhalten, dass es uns nicht gelungen ist vor dem Tod von jemandem.
Das ist eine zweiseitige Kiste. Ja, also natürlich, das hat auch nur mal Jahre gebraucht. Aber ich glaube, dieses immer wiederholende Ritual im Kölner Tartort hat ein Stück weit dazu beigetragen, dass ich diese Erkenntnis dann auch gewonnen habe. David, wir machen das, was Herr Bausch gerade geschildert hat, dass man mit dem Toten Zeit verbringen kann. Jetzt nicht unbedingt in der Prosektur oder im Krankenhaus. Wir machen das ja bei uns im Haus möglich für die Menschen. Das heißt, sie können zu uns kommen und wir sorgen dann dafür, dass sie mit den Toten zusammen sein können, solange sie wollen.
Wird das oft den Anspruch genommen, machen das viele Leute und welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Wie gehen Menschen aus dieser Situation raus? Ja, das ist zentrales Element unseres Hauses, dass wir Menschen nicht sagen, wann sie jemand weggeben müssen, sondern darauf warten, bis sie selber so weit sind. Wir gehen immer mit. Wir verändern den Verstorbenen nicht. Wir nähen nicht. Wir schminken nur mit Angehörigen. Und wir gehen in eine Atmosphäre wie in einem Wohnzimmer und uns vertrauen viele Menschen, dass wir mit ihnen mitgehen. Und dass das nicht so schrecklich ist, wie sie sich das aus dem Tatort oder ähnlichen Sachen vorstellen.
Ein ganzer Teil dieser Menschen stellt fest, dass ihnen das vielleicht gut tut. Genauso wie sie gerade gesagt haben, man merkt erst in dieser Situation, dass es um ungelebtes Leben geht und es nicht bewusst wie kostbar oder flüchtig auch Leben ist. Dass wir halt nicht unendlich Zeit haben, sondern patcht da so eine Situation ist. Auch genau, wie sie sagen, da gehören immer zwei zu, das kann ich auch aus persönlicher Erfahrung sagen. Für mich war das ein Riesenangang schon während der Krankheit meines Vaters, ihnen mehr zu schnappen, wie ich merkte, das wird nicht mehr gut.
Dann kommen so Momente, wo Menschen in diesem Baum sind, sich entweder da ganz abschotten von der Umwelt oder auch ganz offen sind. Und vielleicht auch einen dritten brauchen, dem sie das erzählen können, damit sie vielleicht diese Möglichkeit der Reaktion haben. Oder auch vielleicht, dass ein anderer diese Situation nochmal in einer Supervision anders beleuchten kann. Und manche, die halt immer wieder kommen und die dann ganz in diesem Moment sind und sich überlegen, wem muss ich jetzt genügen. Natürlich leben wir in 1000 Zwängen, wie die Kinder versorgt werden, das wichtige Aufgaben, zu denen ich mich verpflichtet habe übernommen werden.
Aber dann manchmal auch einfach besondere Situationen sind, wo auch andere mich vertreten können und ich mir diese Zeit für mich nehme, um dem Ausdruck zu geben, was da ist. Und dafür ist Abschied nehmen gut, dass man Zeit hat, dass man nicht versucht, nur schnell den Umstand zu beheben, dass da jemand schnell wegbeerdigt wird, sondern dass man wirklich die Zeit hat, dass man das Gefühl hat, ich kann das jetzt selber entscheiden, wann dieser Zeitpunkt ist, statt dass der Tod mir das schon wieder nimmt. Herr Bausch, mir wird es auf jeden Fall jetzt so gehen, dass wenn immer ich Sie im Fernsehen, im Tatort sehe und Sie in der Prosektur diese Tür öffnen und eine Toten rausholen, werde ich immer dran denken, dass Sie an Ihren Vater denken in dem Moment?
Ja, das ist richtig, klar, das wussten Sie ja jetzt, bisher habe ich das ja nicht groß veröffentlicht. Aber wenn er wüsste, dass ich, ich gehe das mal da sehr intensiv an ihm denke, dann ist das auch eine schöne Geschichte. Ich glaube, das, was Sie gerade erwähnt gesagt haben, ist ja auch etwas ganz Wichtiges. Wir denken an gemeinsame Geschichten zurück und das ist der Geschichten, die nennen ja dazu, dass wir auch etwas begreifen. Man weiß, also, wenn so ein Tod ist, was plötzlich auf uns einwirkt, was manchmal sehr traumatisierend ist, was schockierend ist, was man auch ganz okay ist, man kann es schon nicht erfahren.
Und wir versuchen mit den Geschichten, die wir über diesen Betreffenden erzählen, ja, man effekt auch in unserem Gehirn, die Tauer und die Wahrnehmung von Tod zu verarbeiten. Das weiß man, da sind die Geschichten wahnsinnig wichtig. Ja, also, der Ahnen, wie schwierig das ist, ohne Geschichten zu erzählen, zu starten, wenn wir plötzlich ein Kindstod haben, also wo noch keine große Geschichte zu erzählen ist, von dem Menschen, der da tot ist. Das ist ja immer etwas, was uns am meisten erschreckt, weil da erzählen wir uns im Entverkehr nicht das, was wir erlebt haben, sondern nur das, was wir uns vorstellen konnten, was hätte sein sein können.
Das ist dann mehr oder weniger noch viel schlimmer, weil das ist nicht, das ist ohne Halt, das ist ganz viel, das ist nur noch Emotion, weil da, jetzt kriegen wir nicht auf die Kette, weil da gab es noch keine Geschichte. Deshalb glaube ich, ist das so furchtbar grausam für die Beteiligten oder so was, da gab es nur Sehnsüchte, Hoffnungen, Erwartungen und deshalb ist das so schmerzhaft. Ich bin immer dankbar dafür, glaube ich, dass man die Geschichten um das, wenn die Geschichten, wenn wir Geschichten vom Straten erzählen, erzählen, die Geschichten ja von denen, wie sie gelebt haben.
Und das ist im Endeffekt das Entscheidende, weil so gewinnen sie auch wieder Bedeutung in unserem Gedächtnis. Es find's manchmal so schade, apropos Zeit, dass heute jemand in dieser modernen Welt sagt, okay, meine Eltern sind gestorben, kann ich den Tag frei haben? Dann kriegt er den Tag frei. Also um sich zu erholen, einen normalen Urlaub, da kriegst du auch drei Wochen am Stück. Aber anstatt das man sagt, du, das ist jetzt ein ganz wichtiges Sagen, das ist mein Problem, das kann ich nicht einfach mal zwischen Mittagessen und 11 Uhr Leuten kann ich das abhandeln, sondern ich brauch dafür etwas Zeit.
Und wir haben ja eh ein enges Zeitfenster, früher waren es die drei Tage, aber wie auch immer, und das eine intensive Zeit ist und das der andere und andere sagt, nee, ich nimm mir da drei Tage oder fünf Tage oder eine Woche, die pauch ich jetzt halt, um das zu sortieren. Das finde ich auch schon. Also ich kenne das ja so, können Sie mal, ich brauch eine Krankschreibung, weil ich kriege nur einen Tag auf den Tod meines Vaters, also ich freue mich bitte noch wegen Krank- ... Das ist ja auch eine wichtige Erfahrung als Arzt, dass Menschen schon mehr hinkommen und sagen, ich bin zwar nicht krank, aber ich traue, ich bin krank vor Trauer.
Und dass man da hilft, weil das in der Gesellschaft immer noch so ist, also schlimm, wo den der weg ist, aber die Karamane zieht weiter, gefälligster Reise, ja. Genau das. Es wird immer noch angeboten. Ihr neues Buch erscheint am 30. Mai, Herr Bausch, in Ihren Besterlern schreiben Sie über den Knast und über Verbrecher. Worum würde es denn im neuen Buch Verrücktes Blut gehen? Es geht einfach um mich aus verschiedenen Gründen, Herr Assens, bin ich zu alt, dass man glaube ich ein Biografisch-Pick wagen darf, also dem Schatz momentan, ganz viele schreiten momentan Biografien.
Also offenbar hat mich beim Verlag auch genau in dieses Zeitfenster vor sich hergeschoben mit diesem Buch, dass ich jetzt gerade alle machen. Schade. Ich hätte es gerne auch schon früher machen können, aber ich werde 71 jetzt irgendwo in einem Monat und da darf man das schon machen, finde ich. Das zweite ist, ich habe in meinem Leben als Arzt, als Gefängnisarzt, als Autor ganz viel mit den Biografien von meinen Tättern beschäftigt, beispielsweise. Als Schauspieler mit den Biografien von Figuren, die ich gespielt habe, seien es echte oder seien es erfundlich, ich muss ja immer irgendwo mehr vorstellen, wie ist der so und wie lege ich den an, wie spiele ich den?
Also ich habe mich ja zeitlebens, sag ich mal, mit den Biografien oder den Anamnesen oder was auch immer von anderen Menschen geschäftigt. Da kann man irgendwann mal sich langsam Zeit nehmen, auch mal die eigene sich zu betrachten oder wenn man es härter sagen will, einfach auch mal selber die Hose runter zu lassen. Ich habe halt viele vollen Leben, über die ich rede, über die ich treibe, die haben halt einfach das Problem gehabt, dass deren Leben irgendwann mal von einer Behörde, von einem Gericht, von einem Gutachter intensiv beleuchtet wurde.
Darauf will ich jetzt nicht verbrauen oder warten. Also mache ich das selber, weil ich finde es auch, es ist auch nur fair. Es ist auch jetzt das Alter, wo man selber auch die Hinterbühne öffnen kann, wie man das im Schauspiel sagt, dass man selber mal den Menschen sagt, das hat mich zu dem gemacht, der ich bin. Es war kein einfacher Weg, es war ein Weg auch mit schlechten Erfahrungen, mit schönen Erfahrungen. Aber auch den Mut, also ich gehe doch Mut dazu. Ich habe selten erlebt, das merke ich jetzt gerade in den letzten Tagen, wo ich sozusagen nochmal sage, ich könnte nochmal dran gehen.
Ich könnte noch, also ich habe mich noch nie so schwer getan, ehrlich gesagt, etwas loszulassen. Wie ausgerechnet das, was am meisten mit mir zu tun hat, dass es mir am schwersten loszulassen. Also bis jetzt auch, also dann so geht es in Druck. Also ich sitze jetzt, es ist eine never ending Story eigentlich. Und ich habe mich darauf eingelassen, sie auf 280 Seiten zusammenzufassen und eigentlich reicht es bei weitem nicht. Aber es ist halt nicht Krieg und Frieden oder die Bruder Karamas auf, sondern nur mein eigenes kleines Leben. Und wenn man auch das Leben von Scheitern erzählt, was immer auch dazugehört und den Mut immer wieder weiter zu machen ist auch das eine schöne Geschichte.
Aber wir erzählen ja immer die gleichen Geschichte von lieb, trahmer, wahnsinnig und tot und leben und so weiter. Und wir packen es in neue Gewänder und wir erfinden es in immer wieder neuen Figuren. Aber es kommt immer auch darauf an, wie man es erzählt. Ah, das man erzählt und dann kommt es darauf an, wie man es erzählt. Und ich hoffe mal, es kommt bei denen, die sich darauf freuen an. Deshalb ist das, was wir heute machen, glaube ich, kein Zufall. Manchmal endet mit dieser Zähne in der Prosektur mit der Leichen meines Vaters. Der Tod spielt ja nun offensichtlich eine Rolle und über den haben wir viel gesprochen.
Welche Erkenntnis könnten wir gewinnen? Ich glaube, meine Erfahrung ist ja die, wissen Sie, jeder Mensch weiß, sein Leben endet mit dem Tod. Das ist jedem gewiss. Also man kann machen, dass er will, egal was er glaubt oder was auch immer, ist damit das ist gut. Ob er besser lebt, weil er ein Leben nach dem Tod glaubt oder nicht, das muss jeder selber wissen. Ich glaube, das ist die Überlebensstrategie. Das ist nichts, das hat mit dem Sterben weniger zu tun, sondern mit dem eigenen. Gerade erleben. Fakt ist, das macht uns Angst. Fakt ist auch, und da in dem Genre bin ich ja auch unterwegs, nämlich im Crime und im True Crime, im Thriller.
Was machen wir da? Wir helfen den Menschen, die Angst vom Sterben, die Angst von dem Tod vorweg kontrolliert immer wieder mal in einem kleinen Räumchen, wo man sich freiwillig hinbegeben kann. Also zum Snusel, wie im Kindergarten, da gibt es den Ding, da können die schlafen und sich empfehlen. Da können wir uns dem annähern und können uns kontrolliert mit uns, weil Angst vom Tod letztendlich darum geht, das beschäftigen. Da können zuklappen, wenn es uns zu heiß wird. Aber es endet immer, egal was es ist, endet immer damit, der uns Angst macht, der wird besiegt.
Nach 88 Minuten wird ein Theater von Dannen geführt und wir sagen, die Welt ist in Ordnung, ich kann weiter leben. Und egal was es ist, wenn es bei Netflix sechs Folgen dauert oder sonst was, am Ende mit ganz wenigen Ausnahmen ist es immer so. Deshalb werden Geschichten mit offenem Ende, Crime ist mit offenem Ende, werden gehasst, weil das will keiner. Ich will am Ende, deshalb mache ich doch nicht ganz den Scheiß, ich will am Ende, dass es mir besser geht und dass ich mich dem genähert habe und bin wieder, ich mach das Buch zu, mach den Fernseher aus, schlafe und hab das Gefühl, die Welt ist in Ordnung, jedenfalls bis morgen oder übermorgen.
Und da kann ich ja weiterlesen. Und ich glaube, auch da bin ich ja mitunterlegst, das ist ja auch ein Teil meines Businesses. Also wenn ich das richtig betrachte, hab ich mich zeitlebens eigentlich vorwiegend mit dem Tod beschäftigt. Nur ich muss es vorher nicht, ich muss erst so alt werden, so kapieren. Das ist alles ein Thema, was mich von Anfang an schon umgetrieben hat. In manchfacher Ausformung, also das weiß ich, was führt dazu, was ist der Gewalt, wenn man Tod als Arzt, den Tod zu bekämpfen, als Ernst als Arzt, das kann in einem Knast irgendwie zu gucken, was macht Menschen dazu, dass sie andere töten und wie können wir verhindern, dass sie das nochmal machen?
Also eigentlich ist es, wenn man es irgendwann mal Felser beschuppt aus den Haaren und man sagt, ey, es war immer eigentlich ein großes Thema und das Thema ist der Tod ist mitten in unserem Leben und das steht da. Und da ist er auch, und das Schöne ist irgendwann, wenn man sich lange genug darüber nachhalten hat, dass man sagt, es ist eigentlich, ja so ist es und ich kann damit leben. David arbeitet ja an der Stelle, wo das Ende dann nicht mehr offen ist und deshalb gestatten wir uns auch die Frage, lassen Sie uns doch mal Ihre Beerdigung planen, haben Sie darüber schon mal nachgedacht?
Na ja, dann vertreibt das ehrlich gesagt, man geht irgendwo, das könnte immer, wenn man zu einer Beerdigung geht, fällt dann an, möchte man so haben oder was ist denn bei dir und wie viele kommen denn zu dir und so viele werden es nicht sein oder sonst was oder wie auch immer, je nachdem wie man gelebt hat, du stirbst ja so wie du gelebt hast oder weiß ich nicht so genau. Nein, bei mir, ich habe mir Gedanken darüber gemacht natürlich und ich finde, das Schönste was der passieren kann, wenn du gelebt hast abzutreten und im Gedächtnis von Menschen zu bleiben, die dir wichtig sind, das ist ja das, was wir wollen.
Früher hat man Gedenksteine hingehängt, große Dinger auf dem Friedhof für teuer Geld, mein Vater hat manchmal über den Friedhof ging, dann sah er da große mausolenartige Geschichte und dann sagte er immer, gut wenn die Kinder von dem im Zeitlebens etwas mehr Liebe gegeben haben, hätten sie auf ein paar Hunderttausend hier verzichten können, die haben es ihm erst schön gemacht, also Tod. Also diese künstliche Betrachtung habe ich auch von meinem Vater gelernt, die werden das schon auch so. Also lange Rede, kurzer Sinn, ich glaube, ich habe ja verschiedene Beerdigungen in den letzten Jahren gesehen, ich habe auch mal einen Vortrag eines Bestatterts bei uns in unserem Leihensgrip erlebt, der das war toll, also die Bestattungskultur und so weiter.
Ich habe einfach so überlegt, heute ist das Verbrendene ohnehin etwas, was immer mehr machen. Es scheut mich nicht, ich bin nicht überzeugend, dass mein Leib irgendwo, mein Reichen am Ende noch von Bedeutung sein könnte. Also das Verbrendene, was ich auch toll finde oder was ich immer mehr auch immer mehr däckung ziehe, ist einfach, dass man irgendwo im Wasser verspreut wird. Das Wasser hat mir immer große Angst gemacht, das zeige ich hier, nicht vom Kindesbein, weil Wasser etwas schlimmer ist und Wasser wäre nur dann gut, wenn ich bis Rindchen hin rücken konnte, bis er so ergeht.
Und da irgendwo zu enden und die Geschichte rund zu machen, stand ich mir gut vor, ich bauch kein Platz. Das bauch kein Platz für mich, an dem, wo jemand hingeht oder sowas. An das Garten meiner Eltern, über viele Jahre nicht mehr hingegangen, ich war jetzt mal vor einiger Zeit wieder da, weil ich mich mit meiner Biografie beschäftigt hatte und war erstaunt. Da ist so alles von rum, mein Stand ist auf diesem Friedhof dort, der mehr von Kindesbeinen vertraut ist, der hat sich geändert. Die wunderbaren Bäume sind alle gefallen, mittlerweile liegt er plankt da, es ist ganz furchtbar.
Das Anheimelnde ist weg, die großen Buchen sind alle gefallen, die Kastanien sind gefallen, weil die, die Kreiber wahrscheinlich schmutzig machen. Gott weiß was, so, weil die Leute keine Zeit mehr haben, die überall die komischen Marmor-Platten drauf, wo früher Blumen gepflanzt wurde und man am Sonntag nach der Messe mal da vorbei ging und frische Blumen und man das Unkraut gejettet hat, da geht ja keiner mehr hin. Also am Ende kommt eine Platte drauf und das sieht am Ende genauso aus wie die betonierten Vorgärten in unseren Städten, wo man sagt, wir wollen das haben, weg mit dem grün, rein mit dem Beton.
Nein, ich möchte auch meiner Tochter oder so was da nicht groß so Platz schaffen, sondern ich glaube, ich habe mit jedem Buch oder mit jedem weiteren irgendwo so ein bisschen, sage ich mal, an meiner Geschichte gearbeitet und versucht sie zu kompletieren und das ist vielleicht mein Grabstein, um das mal so ganz brutal auszuzurten, das klingt zwar böse, aber das ist, glaube ich, das, was dann bleibt. Also ich gesagt habe, wenn ich es geschrieben habe, die Bilder, die ich hinterlassen habe, die Gefühle, die ich ausgetauscht habe oder die ich mir verkniffen habe, das alles ist ja mal jetzt und das ist die Geschichte, die bleibt.
Sie könnten selbst Ihre Trauerrede schreiben, was wäre Ihnen wichtig, dass es gesagt wird? Man kann ja jetzt nicht hoffen, dass dann der Trauerfeier alle Bücher vorgelesen werden, weil Sie gerade sagen, das ist das, was gesagt wird. Ich glaube, wenn es eine Inschrift gäbe, die auf einem Grabstein käme, dann war mal so der Gedanke, dass da drauf steht, er war einer von uns. Das ist ein Satz, den man für die Leben, wenn eigentlich, hat. Es ist ein Satz, der geprägt ist, vom Ruhrgebet. Im Ruhrgebet sagt man, was ist denn das für einer, was bist denn du für einer?
Und wenn man lange da war und man ist angekommen in den Herzen oder den Seelen von ein paar Menschen, dann sagen die, wenn die gefragt werden, das ist das für eine, das ist einer von uns. Also geht es am Ende im Leben um Verbundenheit? Ja, es geht um Verbundenheit und es geht um ab und zu in den Geschichten noch mal erwähnt zu werden. Ich will erwähnt werden, das ist eine der fünf Sätze. Ich will erwähnt werden. Es gibt einen, vielleicht will ich das damit bemerken, wenn ich einen Comic gut finde. Es gibt ja, so wie Herr Garners-Schrattliche, so was.
Ich habe mal irgendwann einen Comic gesehen. Und das war in ersteres Bild ein alter Mann, kreise alter Mann. Wir sitzen vor dem Fernseher, zweites Bild, er ist rutscht immer tiefer in seinem Sessel, drittes Bild, er hängt völlig tostlos, fertig, hängt ja offenbar in seinen Seilen. Ich führte das Bild, ein Kind fragt, Mama, Mama, das ist denn mit Opa los. Letztes Bild, Mama sagt, alle Menschen der Welt wurden im Fernsehen verlesen, nur Opa hat man vergessen. Und klar, das ist bei mich vielleicht ein ersteres Ende. Ohne, das gehört auch Eitelkeit dazu.
Aber so ein bisschen, so ein bisschen, was bleibt, was ist von meinem Vater übrig, von meinem Vater sind die Geschichten übrig. Letzte Frage dazu, gibt es dazu auch ein Soundtrack, Musik? Ja, zu mir gab es einen Soundtrack. Ich habe mir beide überlegt, es gibt ja immer so Dinge, die sagen, ja, ich habe manchmal, denke ich, mehr Leute, wer hat die Musik ausgesucht? Das hat er nicht verdient oder sonst was. Man müsste die Musikauswahl selber trafen, wenn man sich hier in den Rechten. Ich habe einen Titel, den ich sehr gerne mag, den ich auch immer mal wieder abspielen lassen, wenn ich in der Sendung war, wo man sagte, stellen wir mal Ihre Musik zusammen.
Und der ist eben wichtiger. Das ist erst ein Titel von Billy Joel und der heißt "I go to extremes". Das trifft er beides. Es ist eine extreme Situation, aber es beschreibt auch immer etwas zum Leben. Er war einer von uns, wer eigentlich auch ein guter Buchtitel gewesen. Das Buch wird heißen "Verrücktes Blut" erscheint am 30. Mai. Ja, herzlichen Dank, Herr Bausch. Das war sehr bewegend, eben nochmal, mich sehr bewegt. Dankeschön. Danke für das tolle Gespräch auch. Und wie gesagt, danke auch für das Timing, dass ihr das jetzt zum Zeitpunkt drauf gekommen seid, wo es in mir sozusagen fühlt.
Schön, diesmal kamt ihr nicht zu spät, sondern zu viel. Auch das ist ein wichtiger Message, lieber mit nach Hause nehmen, lieber früher an den Tod denken als zu spät. David, das ist doch mal für ein bestattern. Absolut. Herzlichen Dank, Joe Bausch. Informationen zu den Büchern von Joe Bausch finden Sie in den Show Notes. Das war es für heute. Schön am Leben bleiben und bis bald, Herr Bausch. Danke. [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik]