Episode 31 ∙ 19.10.2025 ∙ 34 Min
Sterben Frauen anders, Hanna?
Mit David Roth, Klaus Reichert, Hannah Roth
Sterben Frauen wirklich anders als Männer? Hannah Roth, Bestatterin und Autorin des Buches „Sterben Frauen anders", ist die Schwester von David Roth und hat in 14 Berufsjahren nach eigener Schätzung mehrere Zehntausend Verstorbene gesehen – im Schnitt etwa zwei am Tag.
Sie erzählt, warum Frauen im Schnitt fünf bis sechs Jahre länger leben als Männer, warum Männer eher plötzlich an einem Herzinfarkt sterben, während Frauen häufiger einen langsameren Weg über Brust- oder Lungenkrebs und Demenz gehen, und warum Frauen am Lebensende oft einsamer sind als Männer.
Ein erster Eindruck aus der Aufnahme: „Du sagst, Frauen sehen im Tod oft gelassener, friedlicher, manchmal sogar glücklicher aus. Wie viele Tote hast du in deinem Leben schon gesehen?" – „Das kann ich gar nicht so genau beantworten. Also im Schnitt sind es vermutlich so an die zwei am Tag."

Über Hannah Roth
Hannah Roth ist zu Gast. Die Bestatterin und Autorin des Buches „Sterben Frauen anders" ist außerdem die Schwester von David Roth. Sie erzählt, warum Frauen im Schnitt länger leben und häufiger an langwierigen Krankheiten wie Brust- oder Lungenkrebs sterben, während Männer öfter plötzlich an einem Herzinfarkt versterben, warum Frauen am Lebensende oft einsamer sind als Männer, und was ihr die tausenden Verstorbenen, die sie in 14 Berufsjahren gesehen hat, über diese Unterschiede gezeigt haben.
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Hallo zu Talk about Tod, wir freuen uns, dass du lebst und uns zuhörst. Ich bin David Roth, schön, dass du wieder dabei bist. Und ich bin Klaus Reicher, zusammen sprechen wir hier mit Menschen über das Leben und den Tod, was bleibt, was trägt, was vielleicht sogar tröstet. Heute zu Gast, Hannah Roth, bestatteren Autorin von Sterbenfrauen anders. Und ja, meine Schwester, willkommen, Hannah. Danke, dass ich da sein darf. Hallo, Hannah. Unsere erste Frage ist immer dieselbe. Wann warst du das letzte Mal auf einer Beerdigung? Das ist natürlich eine interessante Frage für eine Bestatterin.
Ihr tatsächlich erst gestern allerdings aus professioneller Sicht und die letzte private Beerdigung, bei der ich als Gast war, war letztes Jahr im April. Schauen wir mal auf die Beerdigung gestern. War das eine Beerdigung, von der du sagen würdest, das war ein gelungener Abschied? Für die Angehörigen selbst war es auf jeden Fall gelungen, weil das war eine sehr katholisch geprägte Familie. Dementsprechend war es aus sehr enkatholischen Ritos, haben aber auch ihre eigenen privaten Vorstellungen und Wünsche mit eingebracht. Also doch und das Wichtigste ist ja immer, das muss nicht für mich die perfekte Beerdigung sein, sondern es muss zu den Angehörigen passen.
Hannah, du sagst Frauen sehen im Tod oft gelassener, friedlicher, manchmal sogar glücklicher aus. Wie viele Tote hast du in deinem Leben schon gesehen? Das kann ich gar nicht so genau beantworten. Also im Schnitt sind es vermutlich so an die zwei am Tag. Naja, da kann jetzt vielleicht jeder so ein bisschen selbst rechnen. Ich bin seit 14 Jahren wirklich aktiv im Beruf und naja, wenn man das jetzt mit 38 Jahren multipliziert, spielt Spaß. Kommt tausende dabei raus, Zehntausende. Sterben Frauen wirklich anders, Hannah? Ja, also es gibt schon deutliche Unterschiede.
Und es liegt vor allem natürlich zum einen daran, dass Frauen im Schnitt rund fünf bis sechs Jahre länger leben als Männer. Und Männer auch eigentlich meistens plötzlich an einem Herz infarkt oder Suizid versterben, wo hingegen Frauen eigentlich eher langjährigeren Weg vor sich haben in Form von Brust oder Lungenkrebs und auch oftmals dadurch, dass sie älter werden, Demenz. Und dann auch im Schnitt eigentlich am Lebensende einsamer sind als Männer. Wie kamst du darauf? Ist das tatsächlich eine Beobachtung aus deinem Alltag als Bestatterin? Ja, also durch meine Arbeit komme ich mit unzähligen Menschen natürlich in Kontakt und fand diese Unterschiede im Umgang mit dem Thema Tod und Trauer, was Frauen und Männer betrifft eigentlich immer äußerst interessant und habe mich dann gefragt, woran liegt denn das?
Und was kann man vielleicht auch daraus für sich selbst lernen? Warum sehen Frauen im Tod anders aus als Männer? Das hat ganz unterschiedlichste Gründe. Vielleicht fangen wir mal vorne an und zwar, dass Frauen einfach auch Kinder gebären und dass ein sehr existenzieller, intensiver Vorgang ist, was man sich auch mal gar nicht so vorstellen kann, wenn man es noch nicht durchlebt hat vielleicht. Also fand ich bei meinen Kindern auch, es war schon ein einschneidendes Erlebnis, was auch den Blick aufs Leben durchaus verändert hat, weil wir schenken das Leben und lernen eben auch im Laufe der Jahre, dass dieses Leben endlich ist und dass das auch irgendwann auch unsere Kinder sterben werden, also wir in der Regel früher.
Und Frauen sich auch öfters per Kehrarbeit widmen, das heißt, dass sie ihre Familien pflegen durchaus, was immer noch eher Frauenarbeit ist. Vielleicht ein bisschen spitzgesagt empfinde ich es so, dass Frauen durchaus empathischer und mitfühler sind. Das trifft bestimmt nicht auf jede Frau zu und auch nicht auf jeden Mann, aber ich glaube, dass wir auch am Ende besser da drin sind, loszulassen. Ist es tatsächlich so, dass die Frauen im Tod gelassener wirken auf dich? Ja. Das ist in leichter Felt loszulassen am Ende? Ja, ich glaube einfach, weil Frauen durch ihre Wieter und ihren Umgang mit dem Leben und eben aber auch den Verlusten, die das Leben nun mal auf vielfältigste Art und Weise mit sich bringt, besser vorbereitet sind.
Weil sie diese Gedanken einfach eher zulassen, die Gefühle, die es mit sich bringt, die Emotionen, auch das Weiden und das Auslassen dieser Emotionen, was Männer einfach anders gelernt haben, sage ich mal, und anders sozialisiert sind zum gewissen Teil. Und ja, deshalb glaube ich schon Frauen gehen gelassener so ein bisschen damit, um einfach bei so einer anderen Vorbereitung und eine andere Sicht aufs Thema haben. Wie gehen denn Frauen mit dem Tod ihrer Männer oder anderer nahe Angehöriger um? Kannst du das ein bisschen konkreter machen? Ja, also aus meiner Sicht oft erstaunlich offen und liebevoll.
Die wollen wirklich auch mit dabei sein, wollen hinschauen, wollen berühren, wollen vielleicht nochmal was sagen auch, versuchen auch eben einen Ausdruck zu geben, indem sie zum Beispiel Briefe schreiben oder die Abschiedsfeier liebevoll mitgestalten, dass sie sich da sehr viele Gedanken machen, was war denn die Lieblingsmusik und aber auch dadurch so ein bisschen das unausweichliche annehmen und etwas Sinnvolles versuchen zu verwandeln, nämlich in Erinnerung, Fürsorge und auch Dankbarkeit. Und das heißt nicht, dass man weniger trauert, sondern einfach, dass man es vielleicht bewusster trauert und sich mehr damit auseinandersetzt.
Was erlebst du mit den Frauen, die zu uns kommen und ihre Männer von uns bestatten lassen? Näh, vielleicht gehen wir da nochmal einen Schritt zurück, weil viel interessanter finde ich es eigentlich zu sehen, was passiert, wenn man eine Vorsorge trifft. Also Vorsorge heißt, dass man eben schon bevor es so weit ist, eben Vorbereitung trifft sich mit dem Thema auseinandersetzt und da ist es schon so, dass deutlich mehr Frauen als Männer zu Vorsorgegesprächen kommen und das sogar teilweise so weit geht. Ich weiß noch, ich habe einmal eine Vorsorge, da habe ich eigentlich einen Ehepaar erwartet und als dann die Frau da war, erzählte sie mir, sie hat versucht mit Engels Zungen auf ihren Mann einzureden, aber er hatte so eine Angst und wollte sich dem Thema nicht stellen.
Und das Lustige war eigentlich, dann habe ich mit der Frau eine Vorsorge gemacht und ein paar Wochen später rief sie wieder an und wollte jetzt nochmal neuen Termin um das zu konkretisieren. Und erstaunlicherweise war dann diesmal der Ehemann mit dabei, weil die Frau, ich weiß nicht, was sie ihm erzählt hat, aber er ist auf einmal neugierig geworden, mit wem seine Frau sich denn da so schön unterhalten hat und ist dann tatsächlich mit an den Tisch gekommen. Wie ist das tatsächlich, wenn ein Mann verstirbt und die Frau dann ins Haus kommt und sich beraten lässt und die Beerdigung plant?
Wie erlebst du da die Unterschiede zwischen Männer und Frauen? Männer sind da oftmals so ein bisschen pragmatischer, weiß ich nicht, ob man so sagen kann, aber distanzierter in dem Sinne, dass sie sich eigentlich mehr mit den Fakten beschäftigen wollen. Was kostet die Beerdigung, welche wir übernimmt, die Abmeldung, was sind überhaupt die Abmeldungen, was sind jetzt die nächsten Schritte, die gemacht werden müssen? Frauen sind da schon ein bisschen, naja, auch vielleicht da emotionaler, dass sie sich mehr tatsächlich mit der Person, um die es geht, beschäftigen in Form von wirklich, welche Lieder hatte derjenige gerne, was will man ihm anziehen?
Gibt es persönliche Gegenstände, die man mitgeben mag? Und also da versuchen Männer sich eher, in den Fakten ein Klang zu hangen. Eine Sache, die mich überrascht hat, die ich gelesen habe, du sagst, dass Menschen, also nicht nur Frauen, sondern auch Männer im Tod manchmal glücklich aussehen. Wie kommst du darauf? Naja, das ist nicht zum einen mit Sicherheit sehr an der Palliativmedizin, wo es eben so ist, dass heutzutage zum Glück eigentlich keiner mehr mit Schmerzen sterben muss, aber auch da, dass es so ein bisschen ist, dass Frauen einfach besser vorbereitet sind, dass sie vielleicht für sich eine andere Gelassenheit entwickelt haben, weil sie wissen, es ist eigentlich alles meistens geregelt, es wurde zumindest mit der Familie drüber gesprochen, was man sich wie vorstellt, was vielleicht auch nochmal so Lieder sind, die wichtig sind oder einen Punkt, weil sich noch bei meinem Vater, der mich auf die Palme gebracht hat, war allein schon, wer ist denn alles einzuladen?
Und bei Frauen erlebe ich oftmals, dass sie eher eine Liste hinterlassen haben, wer ihnen wichtig wäre dabei zu sein, weil, also ich als Kind weiß ja nicht unbedingt, mit wem haben meine Eltern jetzt viel zu tun. David erzählt das auch manchmal, im Podcast haben wir schon öfter drüber gesprochen, dass manchmal in den Gesichtern so etwas zu lesen ist, wie "Ich bin angekommen, dass die Gesichter entspannt aussehen, glücklich hatte ich gerade schon erwähnt." Wo denn angekommen? Also was ist das für ein Signal? Wo angekommen, kann ich leider nicht beantworten, weil ich glaube ich nicht euch treffe, sondern ich habe gerade noch eine zweite andere Gespräche gehabt, tatsächlich.
Aber das ist ja auch eine Konfession und glauben total unterschiedlich, ob es jetzt der Himmel ist, das Nirvana oder auch das Nichts, wenn ich an Nichts glaube. Aber ja, also da stimme ich David komplett zu, dass irgendwas ist danach. Also ich glaube auch fest daran, dass danach was ist, was mich vielleicht auch dann im Sterben zum Lächeln bringt. Und zum Beispiel, unser Vater hat uns durchaus auch oder zumindest mir damals ein Zeichen geschickt, dass er gut angekommen ist, was mich sehr beruhigt hat. Wo? Was war das für ein Zeichen? Dazu muss man wissen, dass mein Vater der Einzige nicht raucher bei uns in der Familie war und sich immer durchaus tierisch über uns aufgeregt hat, dass wir immer und überall rauchen müssen.
Und ich war auch die Einzige, die in seinem Auto eigentlich rauchen durfte, weil ich ihn nachher, als ich dann Führerschein hatte, immer zu Vorträgen deutschlandweit gefahren habe und um mich dann so ein bisschen bei Laune zu halten, dass ich das auch weiterhin gerne mache, durfte ich dann rauchen. Als er gestorben ist, habe ich nicht geraucht, weil ich im neunten Monat schwanger war. Bin aber durchaus mit meiner Mutter, wenn sie mal eine Pause brauchte, zum Rauchen gegangen und mein Vater war auch immer so ein bisschen ein barocker, theatralischer Mensch, der auch so ein Sterbeprozess dadurch aus eigentlich gerne im Mittelbring gestanden hätte und sich total darüber aufgeregt hat, dass er noch nicht mal sterben kann, ohne dass wir die Zigarette in irgendeiner Form brauchen.
Und als er dann tatsächlich verstorben ist, bin ich am nächsten Morgen zu meiner Mutter gefahren, um ihr Frühstück zu machen und sie war noch im Bett und das Telefon klingelte, dass ich dann schnell dran gegangen bin, damit sie nicht wach wird und hatte dann eine Umfrage zum Thema Nichtraucherschutzgesetz in NRW in der Leitung, wo ich wusste, okay Vater, du bist gut angekommen, wo auch immer das sein mag und wolltest uns auch einfach kurz mitteilen. David, bei dir hat niemand angerufen, wenn ich mich richtig erinnere, aber auch du bist der Meinung, dass von den Gesichtern von Toten durchaus so was wie ein Signal angeht, vielleicht sogar wirklich ich bin angekommen.
Oder siehst du das anders? Ja, ich sehe halt diese vollkommende Entspannung. Das giegt in der Art der Sache, alle Muskeln entspannen sich und dass man eine Person halt einfach in einer gewissen Zufriedenheit dadurch auch sieht und dass sie vielleicht das Gefühl haben, dass sie etwas sehen, dass wir nicht mehr zu Glauben wagen, dass sie einfach an einem guten Ort sind und auf Verbindung sind. Hannah, was hatte ich eigentlich motiviert, dieses Buch zu schreiben? Ich bin ja Bestatterin und habe unzählige Frauen am Ende ihres Lebens begleitet und diese Geschichten haben mich natürlich auch irgendwo geprägt.
Und auch unser Vater hat ja immer den Tod zurück ins Leben geholt und auch das ist natürlich für unsere Arbeit ein großer Antrieb und ich möchte einfach zeigen, wie viel Würde und auch Kraft in so einem Abstieg stecken kann, wenn man ihn einfach auch selbstbestimmt mitbegleiten kann. Und ich denke, dass was wir alle davon lernen können, ist, das betrifft uns alle. Keiner bleibt quasi auf ewig und schon wert ist, den Tod anzunehmen und drüber nachzudenken und nicht zu verdrängen. Gib uns doch mal ein, zwei Beispiele. Also ich erinnere mich, wir haben schon öfter darüber gesprochen, dieses Beispiel mit dem Kinderlied, was eine Familie am Sack gesungen hat.
Erzähl uns doch mal, was damals bei der Abschiednahme tatsächlich geschehen ist. Ja, bei der Abschiednahme, also das war für mich ein sehr prägendes Erlebnis. Das war eine ältere Dame, die durchaus einige Kinder hatte und entsprechend auch Enkelkinder und sie hat immer der Familie quasi abends, wenn die bei ihr geschlafen haben, das gute Nachtlied gesungen. Und sehr schön war dann ganz zum Schluss der Trauerfeier, also es eigentlich darum ging, wir gehen jetzt zum Grab. Hat sich die ganze Familie um den Sack bestellt, nochmal an den Händen gehalten und ihr das gute Nachtlied, das sie ihn immer gesungen hat, nochmal gesungen, wo was einfach ein super schöner verbindender Moment war, der auch sehr tröstend war.
Gibt es eigentlich auch prominente Beispiele im Buch? Ja, ich erzähle von Amy Winehouse, Hanne-Lorocolle und auch Queen Elizabeth II., weil einfach ihre Tode uns ja schon durchaus sehr bewegt haben und wir irgendwo alle mit dabei waren, aber auf eine ganz unterschiedliche Art und Weise. Und sie zeigen einfach, finde ich, wie Sterben in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und vor allem aber auch wie Frauen mit Rollen, Erwartungen und eigenen Bedürfnissen Ringen umgehen, zu leben lernen auf eine gewisse Art und Weise. Und ich finde, da ist jede dieser Geschichten sehr einzigartig und exemplarisch.
Was mich auch beeindruckt hat, war dein Hinweis bei Amy Winehouse, dass wir ja ständig diese Musik im Radio hören und nicht nur von Amy Winehouse, wir hören auch Musik von Nirvana, von den Dors, von sehr vielen Künstlern, die sehr jung gestorben sind oder auch wenn sie älter war, gestorben sind und es gibt Radioprogramme, gerade wenn sie sich an älteren Menschen richten, die sind eigentlich voller Verstorbener, die da unentwegt in der Hot Rotation im Radio gespielt werden, ohne dass man im Grunde die ganze Zeit daran denkt. Absolut, also zum Gewissenteil manchmal denkt man ja schon dran, wenn man zum Beispiel ein besonderes Erlebnis damit verbindet.
Ich weiß noch, Michael Jackson ist damals einen Tag vor meinem Geburtstag, glaube ich, gestorben und deshalb ist es für mich zum Beispiel schon so, wenn ich Michael Jackson höre, denke ich automatisch auch immer an seinen Tod zu einem gewissen Teil und ist für mich damit auch immer so ein bisschen so ein Momentumori, vielleicht eben, weil es direkt vor meinem Geburtstag war und weil es wie viele Geburtstage noch erlebe, was dann aber auf der anderen Seite mich immer wieder auch darin beflügelt, du musst das Leben genießen, weil du eben nicht weiß, wie viele Geburtstage hast du noch.
Wir kommen den Verstorbenen nicht nur fühl sich sehr nah durch die Begegnung mit den Familienlernen, wie viele sehr gut kennen. Wie verändert der Blick der Angehörigen auf den Menschen sich oft nach dem Tod? Aus meiner eigenen Erfahrung nach dem Tod unseres Partners kann ich eigentlich nur sagen, dass man manchmal den Verstorbenen vielleicht besser verstehen lernt. Gerade Dinge, die zu Lebzeiten für einen vielleicht selbst verletzend waren, lernt man durch Gespräche mit der Familie und den Freunden durchaus vielleicht besser einzuordnen und in einem neuen Licht und mit einer anderen Perspektive die Personen zu sehen und gewinnt dadurch, so empfand ich es zumindest bei Fritz auch nochmal ein ganz neues Verständnis füreinander.
Was mich auf der anderen Seite aber dann auch oftmals daran erinnert, dass es eigentlich schade ist, dass wir das nicht zu Lebzeiten schon schaffen, eben durch dieses Gespräch über jemanden mit anderen Beziehungspersonen, seine vielleicht auch manchmal eigenen verkrusteten Ansichten so ein bisschen aufzubrechen und manche Diskussionen wären dann vielleicht gar nicht mehr so, hätten nicht mehr so eine Schärfe oder würden ganz anders laufen. Du empfiehlst den Angehörigen, den Verstorbenen nochmal anzusehen? Warum? Mein bestes Beispiel dafür ist oder das Prägenste war eigentlich als unser Opa gestorben ist, der immer so ein bisschen mein absoluter Lieblingsmensch war, weil er einfach so ein kompletter, sturer, berglicher Esel war, mit dem man sich fantastisch gut streiten konnte.
Wobei man dazu sagen muss, es ging nie jetzt um den Streit, sondern es ging immer darum, seine eigene Meinung zu vertreten und für sich selbst einzustehen. Und als er gestorben ist, hatte er so ein ganz verschmütztes Lächeln im Gesicht, wo man schon wieder so dachte, Opa, was hast du mir jetzt schon wieder angestellt? Und dann war ich tatsächlich jeden Tag bei ihm und in etwa so am vierten Tag haben sich seine Gesichtszüge total geändert, was aber für mich total gut war, weil das einfach dann der Moment war, wo ich wusste, okay, das, was jetzt in diesem Sarg ist, ist nur noch seine Hülle und ist der Körper, der ihn zuletzt vielleicht Schmerzen bereitet hat, der ihn von Sachen abgeheifen hat.
Aber alles, was er mir mitgegeben hat und was ihn ausgemacht hat, bleibt irgendwo noch bei mir. Und das war dann der Moment, wo ich diese Hülle auch abgeben konnte. Welche Rolle spielt der weibliche Körper beim Sterben? Näh ja Frauen kennen halt anders als Männer eine ganze Bandbreite von Übergängen. Und das fängt eigentlich schon an, dass wir das jeden Monat, ab einem gewissen Alter zum Beispiel, zu spüren bekommen in Form von der Monatsblutung, dann heftiger später, wenn es um Schwangerschaft und Geburt geht oder dann auch nochmal im älteren Zeitraum, wenn es um die Menopause geht und diese Erfahrungen schärfen auf so vielfältige Art und Weise einfach unser Bewusstsein für Endlichkeit, weil immer etwas zu Ende geht mit diesen Umbrüchen.
Wir wissen dadurch auch auf eine ganz andere Art und Weise, dass das Leben mit Schmerzen, Risiko und aber auch Hingarde verbunden ist. Was dann wiederum, finde ich, unsere Intuition zum Sterben nochmal anders prägt und eine ganz andere Akzeptanz von Vergänglichkeit. Du sagst, Rituale helfen, also Rituale, die wirklich zum Menschen passen. Es gibt natürlich die kirchlichen Rituale, die vielleicht jeder schon mal, der auf einer Beerdigung war, erlebt hat. Kannst du andere Beispiele geben für Rituale, die sich die Leute vielleicht selbst ausgedacht haben?
Ja, selbst ausgedacht weiß ich jetzt vielleicht nicht, aber manchmal hat man ja auch in meinem Beruf so ein bisschen Intuition, passt das oder kann es vielleicht was anderes geben, was besser passt? Ich weiß noch, ich hatte mal einen jungen Herrn vor mir sitzen, der vom Kopf bis Fuß quasi tätowiert war, seine Frau auch jung, beides Tätowierer. Und ersten Moment sagt er dann so, ich frag immer, wie stellen Sie sich im Idealfall Ihre Trauerfeier vor? Was wäre Ihnen wichtig? Wo er meinte, ja, also es soll hier im Haus eine Trauerfeier mit einem Redner sein und danach dann die Beerdigung.
Und was aber wirklich wichtig ist, ist, dass wir danach dann ein ganz tolles Fest feiern, so wie wir das zu Lebzeiten immer gemacht haben. Und das ist dann der Abschluss, wo ich ihn angeguckt habe und meinte, naja, wenn ich Ihre Frau wäre, wäre ich jetzt gerade ganz schön sauer auf Sie, Sie können nämlich feiern und haben Ihre Frau nicht dabei, finde ich irgendwie relativ unpassend, weil ich anguckt und meinte, wie meinst du, das geht ja nicht, ich gehe zu mir dann beerdigt. Und ich meine, naja, das ist ja eine Ohnbestattung und wir haben ja ein bisschen Zeit und es spricht nichts dagegen, dass ich Ihnen zum Beispiel Ihre Frau oder die Asche Ihrer Frau aushändige und sie dann auch tatsächlich mit auf der Party dabei ist.
Und am nächsten Tag kommen Sie dann und dann machen wir die Beerdigung. Und das ist aber doch vielleicht für Sie ein viel schöner Trauerfeier, als wenn Sie so steif vorm Redner sitzen müssten. Und ja, also er muss so einen Moment drüber nachdenken, weil er einfach gar nicht für möglich gehalten hätte, dass das überhaupt eine Option ist und war dann aber mehr als glücklich und Sie hatten wohl wirklich ein rauschendes Fett. Du erlebst ja insgesamt viele bunte Sachen. Trauerfeier mit Sekt, wo angestoßen wird, eine andere Familie bemalt die Ohne. Wie helfen solche rituale Menschen?
Na ja, Rituale sind Brücken zwischen Leben und Tod, muss man so sehen. Und die geben oftmals Halt, wenn man zum Beispiel keine Worte findet oder eben die Sprache versagt. Aus dem, wie ich es empfinde, sind Frauen da oftmals kreativer eigene Formen zu entwickeln und sich Gedanken einfach zu machen, sei es vom Lieblingslied bis zum selbstverfassten Abschiedsbrief, was einfach bewusst gestaltet wird und Rituale machen, das Sterben, denke ich, einfach sichtbar und würdefrau. Lass uns nochmal kurz über das dann nachsprechen. Also es gibt ja in dem Buch auch die Geschichte von Andrea, die sozusagen verstirbt und ihre Kolleginnen und Kollegen erinnern sich auf eine ganz besondere Art und Weise, nämlich weil sie einen Baum pflanzen draußen vor der Firma.
Ist sowas nicht auch irgendwie eine schöne Idee, nicht einfach zu sagen, so, das ist jetzt beendet und das Leben geht weiter, was ja Blödsinn ist, sondern irgendwo dann noch eine Art von Erinnerungskultur, Erinnerungsort zu schaffen und gehen da Frauen nicht auch anders mit um mit der Erinnerung. Also ich persönlich glaube, dass ein Erinnerungsort immer super wichtig ist, sei es also, ich bin jetzt nicht der große Fritos-Gang-Up zum Beispiel, aber für mich wäre es unglaublich schwierig, wenn ich nicht wüsste, wo unser Vater tatsächlich seine physische Hülle zumindest geblieben ist und wenn es mir richtig schlecht geht oder ich irgendeine Krise habe, dann gehe ich durchaus ans Grab und halte Zwiesprache mit unserem Vater und wenn dieser Ort nicht da wäre, wüsste ich nicht, wie ich es machen soll.
Und nun ist es ja auch so, dass wie das Leben von Frauen anders ist, vielleicht auch die Dekoration bei einer Frau anders ist oder auch anders wahrgenommen wird. Wie war das denn bei unserer Oma? Das hast du ja auch ganz wesentlich mit gestaltet. Ja, also bei unserer Oma haben wir natürlich auch darüber nachgedacht, gibt es Dinge, die wir mit ihr verbinden, Sachen, die uns wichtig sind, die man vielleicht in der Dekoration auch mit einbauen kann, weil ich persönlich finde es immer schön, wenn man nicht nur durch die Rede mit einem verstorbenen so ein bisschen erfährt, sondern eben auch in der Dekoration vielleicht Dinge sehen kann, die ihm im Leben wichtig waren.
Nun muss man dazu sagen, dass was wir gewählt haben war vielleicht nichts, was unserer Oma in dem Sinne wichtig war, sondern eher übertragenen, aber für uns neuen Enkel war direkt klar, wir stellen auf jeden Fall ein großes Glas Nutella mit in die Dekoration und Toffifee, weil Oma hatte immer Toffifee im Schrank und die besten Nutella-Pote, die bis heute unerreichbar sind. Und was wir auch mit reingenommen haben, war auch was Besonderes aus unserer Sicht, so eine Fischform, in der unsere Oma quasi den Pudding gestürzt hat. Bei neuen Enkeln kann man sich vielleicht vorstellen, für uns war das Interessanteste der Kopf- und die Schwanzflosse, darum wir uns ein bisschen gekabbelt haben, der Rest da drinnen dazwischen war eigentlich uninteressant.
Aber das Wichtige daran war eigentlich immer so ein bisschen auch die Orgenheit von Oma da drinnen zu sehen, dass eben, also weiß ich nicht, bei uns zu Hause gab es sonst Pudding aus dem Topf, aber extra das in der Fischform zu gießen und dieses Liebevolle da drinnen, man hat sich einfach bei Oma aufgehoben gefühlt. Du hast ja schon von den Vorsorgegesprächen erzählt, die du fürst, dass viel mehr Frauen kommen und dass Frauen ihre Männer mitbringen. Manchmal brauchst du einen zweiten Anlauf dazu, auch die unterschiedlichen Fragen, die gestellt werden.
Frauen dann doch eher emotionale Fragen stellen, Männer mehr technische Fragen, was den Ablauf angeht. Was rätst du denn Paaren, die schon lange mal diese Dinge regeln wollten, aber irgendwie bis ja noch nicht diesen Move gemacht haben? Na ja, kurz gesagt, tun sie es. Also, solange man lebt, das ist eigentlich nie zu spät, dass man auch darüber spricht oder auch durchaus schon Sachen regelt und ich erlebe ganz viel, dass es von allen Seiten, also sowohl von einem selbst, aber auch der Familie durchaus ein Thema ist, das einen bewegt, wo man aber nicht weiß, wie spricht man es an, kann man da jetzt drüber sprechen, fällt man dem einen damit vielleicht zur Last oder aber auch aus Sicht der Kinder, ja wenn ich jetzt über die Sterblichkeit meiner Mutter spreche, nicht dass es rüber kommt, wann ist es denn soweit?
Und ich lebe ganz oft, dass wenn man dann mal drüber gesprochen hat, dass auch was sehr erleichtern das hat. Was können denn Männer von Frauen im Trauerfall lernen? Nee, dass wir alle über unser Sterben nachdenken sollten, weil mindestens und zwar nicht aus Angst, sondern eher aus Liebe zum Leben. Frauen zeigen, dass man auch dem Tod gestalten kann und wer da vorsorgt, entlastet zum einen seine Liebsten und bleibt aber auch selbstbestimmt. Und am Ende geht es immer darum, das Leben tiefer zu lieben. Nachdem wir ja gerade so ein bisschen über unsere Oma gesprochen haben, drängt sich mir so ein bisschen der Gedanke auf, dass auch dieser Aspekt des Näheren, erlebst du das in deiner Tätigkeit auch?
Also das ist da auch ganz viel mit bestimmten Speisen und Ähnlichem zu tun hat. Ja, kommt durchaus schon vor. Also ich weiß noch, ich hatte einen Sterbefall, das war ein Mann und der hatte zum Beispiel immer Kriegsgeneration, egal wo er war, ob im Bett oder unterwegs, der hatte immer eine Käsestunde bei sich, also tatsächlich wäre es das Nachtischschränkchen und so. Und da war es der Familie ganz wichtig, dass es dann eben beim Reue Essen auch Käsestunde gibt, weil das gehörte zu ihm oder auf der anderen Seite ja auch bei uns, als unser Vater gestorben ist, war auch ganz klar für uns, dass es auf jeden Fall die Markbällchen so begibt, irgendwie es vor Weihnachten eben immer einigen Trubel gab, weil unser Vater darauf bestanden hat, unsere Mutter eigentlich nicht unbedingt Lust hatte, Markbällchen zu rollen und aber zu dem Zeitpunkt, naja manchmal ist man ja auch sehr traurig, wenn man eben diese Marken dann nicht mehr hat und würde sich wünschen, man hat eben nochmal diese Diskussion und so gab es bei uns dann die Markbällchen so.
Ja, ich finde Essen ist schon eine wichtige Gedanke, du hast es Reue Essen angesprochen, Reuchenschmaus hat man das früher genannt, dass die Leute nach den Beerdigungen im Grunde nochmal zusammensitzen und da sich auch die Stimmung so ein bisschen verändert, ich erinnere das bei meiner Mutter, haben wir das nicht direkt nach der Beisetzung gemacht, sondern wir haben dann nochmal so wie ein großes Familienessen organisiert, wo es dann auch Sauerbraten gab, etwas was sie besonders gut kochen konnte, das kann schon sein, dass das beim Erinnern hilft David, also Essen tatsächlich so was Sinnliches zu tun.
Ja, das glaube ich halt auch ganz stark, also auch wenn ich mich an meine Oma erinnere, die hat halt ganz viele tolle Speisen und das haben wir ja gerade im Sommer jetzt auch wieder gemacht, wie wir als einer Art speziellen Kartoffelsalat gemacht haben, Variationen davon wie der eine den kocht oder der andere den kocht, dazu dann auch noch von unserer Mutter ihre Pfannkuchen gemacht wurden, alle was mitgebracht haben und wir eigentlich an einer großen Tafel saßen, dass gerade ja zu dieser Gemeinschaft, wenn Menschen zusammenkommen, Fritz hat ja immer gesagt, man erkennt eine geläubige Kirchengemeinde an den Gasthäusern um die Kirche oder eine lebendige Kirchengemeinde, weil Beton vor allem auch durstig macht und wenn Menschen irgendwo zusammenkommen, sei es zu den Tagen der Toten in Mexiko oder wie Menschen überall auf der Welt solche Tage haben, die Gemeinschaftsstiften, da wird Essen mitgebracht, Getränke mitgebracht, Spezialitäten herumgereicht, es wird geschwermt von dem, was die Verstorben dann vielleicht früher gemacht haben und gerätselt, welche besonderen Zutaten sie vielleicht in diesen Familienrezepten genutzt haben und ja, dann erinnert man sich gemeinsam gerne und lässt sich natürlich auch so ein kleines bisschen einfach in diesem Moment treiben.
Der Name Fritz viel jetzt schon wiederholt für die Leute, die uns nicht so gut kennen und mit der Familiengeschichte nicht so vertraut waren. Fritz Rot war der Vater von Hannah und David. Hannah, unsere letzten Fragen, wenn du es dir aussuchen dürftest, wie möchtest du sterben? Naja, am liebsten werde ich gern von meinen Kindern und falls du bis dahin vorhanden von Enkelkindern umgeben, würde gerne mit denen nochmal ein wichtiger Erinnerung vielleicht teilen, die eine Bedeutung haben, ihnen aber auch durchaus sagen, wie dankbar ich bin, sowohl für dieses wunderbare Leben, für sie und hoffentlich dann auch dafür, wie sie sich entwickelt haben, dass ich stolz auf sie bin oder dass ich sie sehr liebe.
Wenn es mir dann körperlich möglich ist, hätte ich gerne durchaus das zu essen und zu trinken, was ich geliebt habe. Und gerne ein Cocktail? Ja, gerne Kuhvalierung, genau. Und Essen müsste ich tatsächlich mal drüber nachdenken, vermutlich müsste es ein Buffet sein, weil ich einfach zu gerne esse und dazu viele Sachen habe. Und dann hätte ich gerne noch, dass im Idealfall im Hintergrund meine Lieblingsmusik läuft und auch da, wenn ich es körperlich hinkriegen würde, dass die sonst auch nochmal richtig laut aufgedreht wird und ich richtig laut mitsingen kann.
Auf der anderen Seite weiß ich, im Kopf werde ich es eh machen. Und wie soll da eine Beerdigung aussehen? Ja, das habe ich mir, also es bitt zwei Punkte. Ich weiß ja nicht, wann genau im Jahr ich verstärkt. Deshalb gehen wir mal davon aus, dass es nicht um mein Geburtstag herum sein. Gibt es erst vermutlich relativ klassisch eine Traumfeier? Wann wäre denn der Geburtstag? Nur, dass wir... Im Juni. Okay. Ja, dann gibt es relativ klassisch, oder was heißt klassisch, schon mit vielen persönlichen Elementen, mit viel Musik, Traumfeier, dann müsste ich eingeeichert werden, weil beerdigt will ich erst am Geburtstag werden.
Ich könnte also eine lange Wartezeit für meine Angehörigen werden. Aber weil die eigentliche Beerdigung soll sein, so wie ich meine Geburtstage auch feiern, nämlich mit einem großen Grillfest, wo es viel Musik gibt, wo es viel zu trinken gibt, die Leute Spaß haben, um sich an mich erinnern zu können. Und es gibt Vorgaben, was du ihm sag gerne anhättest, auf keinen Fall so ein weißes Totenhemd. Definitiv kein weißes Totenhemd. Und vor allem darf mir niemand Schuhe anziehen, weil im Idealfall ich am liebsten Barflusslaufe oder mit Flipflops, also den Sommer über sieht man mich außer auf offiziellen Anlässen eigentlich nie mit normalem Schuhwerk.
Deshalb Schuhe darf mir definitiv keiner anziehen. Auf der anderen Seite will ich aber auf jeden Fall mein eigenes Plümmo und mein Kopfkissen, das ich mittlerweile nach Möglichkeit überall mit hinnehme. Also, wenn ich irgendwo schlafe, ich nehme es jetzt nicht mit auf die Arbeit. Bei mir haben, weil das einfach für mich ein Stück Geborgenheit ist. Denn Plümmo sitze ich auch mit den Kindern auf dem Sofa, guck Fernsehen. Wenn es mir nicht so gut geht, kuschel ich mich da ein und kriege langsam die Lase wieder in die Höhe. Also deshalb, das wäre mir sehr wichtig.
Plümmo für alle Leute, die nicht aus dem Rheinland kommen, ist eine Kuscheldecke. Nimm mal das Bettzeug tatsächlich. Also das ist jetzt nicht eine Kuscheldecke im eigentlichen Sinne, sondern schon das Federbettzeug. Also ziemlich groß und massiv eigentlich auch so eine großes, schwere Decke, die ihr warm hält. Also könnte passieren, dass meine Kinder denen sagt, Deckel nicht zu kommen. Wenn du deine Trauerrede selbst schreiben würdest, was müsste unbedingt drinstehen? Also ich glaube, was ich gerne hätte, dass drinsteht, dass ich auf der einen Seite ein Mensch bin, der sich unglaublich gut mit sich selbst beschäftigen kann und das auch braucht.
Dass ich mir Auszeiten nehme, wo ich auch mal alleine in Urlaub fahre und jede Menge Bücher lese, dass das immer was war, was mich ausgemacht hat. Und auf der anderen Seite aber dann auch wiederum, wenn ich in Gesellschaft bin, eigentlich der letzte Mensch, wenn der ein Ende findet und eher dann noch sehr das Leben genießt und die Momente auskostet. Und zum Schluss, welcher Song soll auf deiner Beerdigung gespielt werden? Ja, das ist eine schwere Frage, weil da gibt es wirklich jede Menge. Also bis jetzt noch nicht so viel wie bei unserem Vater, wo man glaube ich drei Tage mit hätte fühlen können.
Aber ein Lied, das mir wichtig wäre von Florence and the Machine, You've Got The Love. Mehr zu Hannas Buch. Sterben Frauen anders. Verlinken wir in den Show Notes. Das war es für heute. Schön am Leben bleiben und bis bald. Dankeschön, Hannah und viel Erfolg. Dankeschön.